Kurzweiliges Kabarett zwischen Schimmelfleck, Homeschooling und Wohnungssuche

Kategorie: Veranstaltungen

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Christine Eixenberger gastiert mit ihrem Soloprogramm „Einbildungsfreiheit“ im Bürgerhaus

Er hatte etwas von einer typischen „Win-Win-Situation“, der kurzweilige Kabarettabend am 10. März mit Christine Eixenberger im immer noch coronaconform bestuhlten und gut besuchten Bürgerhaus. Die Künstlerin freute sich ebenso wie das Publikum, dass nach rund zwei Jahren kultureller Auszeit nun wieder was geht, oder wie die attraktive Mitdreißigerin mit augenzwinkernder Selbstironie einen ihrer Freunde zitierte: „Die Leut‘ sind so ausghungert, dass sie selbst deinen Scheiß anschaun.“
Authentisch, bayerisch und uneitel, so setzt sich Eixenberger in Szene, trägt dabei einen anthrazitfarbenen, locker bis unförmig sitzenden Samteinteiler, eine Mischung aus Strampelanzug und Overall und meint dazu augenzwinkernd mit Blick auf die eigene Körpermitte an: „Die Corona-Pfunde, Sie wissen scho.“ Frisch, fröhlich, überhaupt nicht fromm, frei bis frivol und auch bisweilen etwas (zu) flott, so inszeniert sich die gelernte Grundschullehrerin und erfolgreiche Schauspielerin als heimatverbundene Plaudertasche. Fest im bayrischen Schliersee verwurzelt, lässt sie das Publikum an ihrem Familien- und Berufsleben als überzeugter Single, als mit allen Wassern gewaschene Grundschullehrerin und auch bei der Sinn- und Wohnungssuche teilhaben. Im Oberland ist sie dahoam, will dort auch gar nicht weg und ist dabei mit Blick auf die (ungeliebten) Touristen deutlich im Vorteil.

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„Alle wollen her – i bin scho do!“, stellt sie fest – und hat die Lacher auf ihrer Seite. Dass sie nun dennoch intensiv über einen Wohnungswechsel nachdenkt, ist einem geruchsintensivem Schimmelfleck an der Wand ihrer Mietwohnung geschuldet. Er breite sich aus „wie norddeutsche Immobilienspekulanten am Tegernsee“, erinnert der Form nach zunächst an einen Rohrschachtest, später gar an das Turiner Grabtuch: „Was macht der Heiland in meinem Wohnzimmer? Ich bin doch schon lange ausgetreten“, sinniert Eixenberger und begibt sich zunächst auf die vergebliche Suche nach einem Handwerker und dann notgedrungen und folgerichtig auf Wohnungssuche in die „Big City“. Und damit ist nicht Miesbach, sondern Minga gemeint…

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Ihre teils absurden und skurrilen Gedankensprünge, Mono- und Dialoge, mit Reminszenzen etwa an einen Besuch im Seniorenheim beim Opa, an einen „Mädelsabend“ mit Freundinnen, vor allem aber an den Schulalltag zwischen Turnhalle und Online-Schooling und an einzelne Schüler, werden teils von trefflichen Wortschöpfungen begleitet. Dazu zählt der Begriff der „Brauchtumsverwirrung“. Der lässt sich Chrissi Eixenberger zufolge bei der Wandlung des Weltspartages ihrer Kindheit am 31. Oktober in Halloween nachweisen. Da gibt dann neben Zombie und Hex‘ auch ein Sternsinger die Forderung „Süßes oder Saures“ zum Besten.
Fazit: Nicht nur als Schauspielerin vor dem Fernseher, sondern auch live und lebendig bietet Christine Eixenberger beste Unterhaltung.

Für Sie berichtete Ulrike Wilms.

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