„Der echte Norden“ und mehr (Meer)
Über 100 Musiker im Anfänger-, Jugend- und sinfonischen Blasorchester des Musikvereins Sankt Andreas waren an Bord, bei der musikalischen Reise in den „echten Norden“ beim diesjährigen Frühjahrskonzert am 25. April im gut besuchten Bürgerhaus. Bezeichnenderweise machte das Anfängerblasorchester unter Leitung von Melanie Simon frisch und beschwingt den Anfang und spielte den Shanty „The Wellerman“ und „Let it go“ aus dem Musical Frozen. Ihren allerersten öffentlichen Auftritt auf großer Bühne hatten dabei Jasmin und Sandra Kley, Ilena Grünwald, Peter Bock und Stephanie Innerebner.
Auch die Nachwuchsmusiker mit ihrem neuen „Kapitän“ Thomas Innerebner, der erst vor vier Monaten das Dirigat übernommen hatte, stellten unter Beweis, dass sie nicht nur den richtigen Ton, sondern auch die richtige Stimmung „intonieren“ können, bei der feierlichen Barockfanfare bis zur Filmmusik „The Lion King“. Weitere Stücke „Windjammer“ (Robert Buckley) und „Ocean Storms“ (Kevin Robles) lassen musikalisch das Meer anklingen, mal mehr, mal weniger mit der berühmt-berüchtigten steifen Brise. Im Nachwuchsensemble erstmals öffentlich aufgetreten sind Philipp Blank, Ira und Felix Hirschinger, Magdalena Köstler und Konstantin Weber. Nach der Pause zeigte das große, 60köpfige sinfonische Ensemble sein reifes, konzertantes Können, dabei ausdrucksstark und mit vollem Körpereinsatz angeleitet von Alexander Ruderisch, der bereits von 2006-2014 an gleicher Wirkungsstätte das Ruder beziehungsweise den Taktstock in Händen hielt. Solistische Beiträge steuerten Sängerin Maria Wallner und Max Lindner am Schifferklavier (=Akkordeon) bei. Die informative Moderation hatte erneut Birte Darnhofer übernommen einige Passagen sogar in in Plattdeutsch. Beim gewählten Repertoire wurde Kurs genommen zu verschiedenen Schauplätzen, an denen sich die dargebotenen Kompositionen „verorten“ lassen. So stand Bad Segeberg als geografischer Aufhänger für den gefälligen Winnetou-Soundtrack auf der Route. Mit einem gelungenen Medley berühmter Beatle Songs erinnerte das Orchester daran, dass die Pilzköpfe in Sankt Pauli den Grundstein ihrer Weltkarriere gelegt hatten.
Ein anspruchsvoller Höhepunkt, der mit Bravour gemeistert wurde, stellte die sinfonische Dichtung von Guido Rennert (2016) unter dem Titel „Hamburg – Das Tor zur Welt“ dar. Darin wird in 13 eindringlichen Klangbildern ein historischer Bogen über das wechselvolle Schicksal der „freien und Hansestadt Hamburg“ gespannt, vom Mittelalter bis heute. Akustisch und optisch ein weiteres Highlight zum Schluss: Mit grauer Alt-Rocker-Perücke entführte Ruderisch zum W.O.A. (Wacken Open Air). Voller, raumfüllender Bläsersound aus allen Registern brachte die legendären Songs u.a. von AC/DC und Deep Purple laut und wirkungsvoll zur Entfaltung. Die konzertante Reiseempfehlung in den hohen Norden jedenfalls, natürlich mit der obligatorischen Verlängerung, sprich Zugabe, ist trefflich gelungen.
Für Sie berichtete Ulrike Wilms.


















