Zwischen Traum und Trainingsplatz
Ein Porträt über Leidenschaft, Leistungssport und Tennis in Eching
Wenn man an einem Sommertag über die Tennisanlage des SC Eching schlendert, hört man das rhythmische Klacken der Bälle, sieht Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf den Plätzen – und mittendrin oft einen, der genau weiß, wovon er spricht: Yannick Floer, Cheftennistrainer beim SC Eching. Mal erklärt er ruhig eine Bewegung, mal feuert er an, mal greift er selbst zum Schläger. Tennis ist für ihn kein Beruf, es ist sein Leben. Und sein Weg zum Tennis und nach Eching ist alles andere als gewöhnlich.
Der 26-Jährige stammt aus Traben-Trarbach an der Mosel, einem kleinen Ort zwischen Trier und Koblenz. Ein Ort, an dem alles begann. Zum Tennis kam er früh – sehr früh. Bereits mit drei Jahren stand er mit seinem Vater und später mit seinem jüngeren Bruder Cedric auf dem Platz, auf der Straße oder im Garten. „Ich habe jede Minute genutzt und wollte einfach immer spielen“, erzählt Yannick. Seine Eltern erkannten früh die Leidenschaft und das außergewöhnliche Talent ihres Sohnes. Sie fingen an, Yannick gezielt zu fördern – nicht aus Ehrgeiz, sondern aus Überzeugung.
Was dann folgte, war der Traum vieler Kinder und zugleich ein Weg voller Disziplin und Entbehrungen. Erstes Turnier mit fünf Jahren, gleich der erste Sieg. Kadertraining, Verbandstraining, immer mehr Turniere. Mit neun Jahren trainierte Yannick bereits viermal pro Woche, dazu Konditionseinheiten. Nach der Schule ging es direkt ins Auto, gegessen wurde unterwegs, abends spät zurück nach Hause. Wochenenden bedeuteten oft Turniere irgendwo in Deutschland. Viel Freizeit gab es nicht – doch Yannick liebte jede Minute. „Für mich war das das Coolste überhaupt.“
Mit zwölf Jahren gehörte Yannick zu den besten sieben Tennisspielern Deutschlands seines Jahrgangs. Er wechselte auf ein Sportinternat des DOSB nach Koblenz – ein mutiger Schritt in jungen Jahren. Früh musste er selbstständig werden. Neben den täglichen Trainingseinheiten musste er für die Schule lernen, aber auch selbst einkaufen und kochen. Das erforderte früh ein großes Organisationsgeschick und noch mehr Disziplin. Einfach war das nicht, doch es prägte ihn. Tennis lehrte ihn nicht nur Vorhand und Rückhand, sondern Verantwortung, Durchhaltevermögen und mentale Stärke.
Der Leistungssport hatte leider aber auch eine harte Seite. Förderungen wurden gekürzt, Trainingsbedingungen verschlechterten sich, Trainingsgruppen wurden größer. Yannick spürte, dass sich sein Weg veränderte. „Um als Profi davon leben zu können, muss man zu den besten hundert der Welt gehören. Dafür müssen viele Faktoren passen – nicht alle hat man selbst in der Hand.“ Mit 17 Jahren, immer noch bester Spieler seines Jahrgangs in Rheinland-Pfalz, traf er die Entscheidung, sich auf die Schule und ein anschließendes Studium im Gesundheitsmanagement zu fokussieren.
Seine Liebe zum Tennis behielt er bei, und ihm war immer klar: Dieser Sport sollte auch weiterhin ein wichtiger Teil seines Lebens sein. Vor drei Jahren fragte ihn dann sein Freund Aron, den er bereits aus Kindheitstagen vom und neben dem Platz kennt, nach München zu kommen, um mit ihm gemeinsam die Tennisschule Zehringer aufzubauen und zu leiten. Mittlerweile beschäftigen sie 20 Tennistrainer und betreuen Tennisspieler an mehreren Standorten im Münchner Norden. Die Tennisschule bietet ein breites Angebot für alle Alters- und Leistungsstufen: von der Ballschule für die Kleinsten über Breiten- und Leistungssport bis hin zu Erwachsenentrainings, Tenniscamps, Förderprogrammen, aber auch besonderen Events für Nicht-Vereinsmitglieder, wie zum Beispiel die Tennis-Schnuppertage für Kinder am 22.03.2026 auf der Tennisanlage des SC Eching.
Heute ist Yannick ein gefragter Tennistrainer und Ausbilder für andere Tennistrainer. Er liebt es, Menschen besser zu machen, sie auf ihrem Weg zu begleiten, Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, Selbstvertrauen aufzubauen und die Freude am Spiel zu vermitteln. Er hilft Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, ihr eigenes Potenzial zu entdecken. Dabei greift Yannick nicht nur auf Technik und Taktik zurück, sondern vor allem auf sein tiefes Verständnis für Motivation und individuelle Entwicklung. „Tennis verbindet Kondition, Koordination, Technik, Taktik und Mentalität wie kaum ein anderer Sport“, sagt er. Jeder Punkt kann ein Spiel drehen, und man muss versuchen, aus jeder Situation das Beste zu machen – genau wie im Leben. Das macht diesen Sport so faszinierend.
Auch abseits des Platzes fühlt sich Yannick, der mit seiner Freundin Chiara inzwischen auch in Eching wohnt, pudelwohl. „Ich bin zufällig hier gelandet, und es kommt meiner Heimat sehr nahe“, sagt er schmunzelnd. Von der Tennisanlage des SC Eching schwärmt er in höchsten Tönen: 14 Außenplätze und eine moderne Tennishalle, umgeben von einer wunderschönen Parkanlage, die zum Verweilen und Entspannen einlädt, ein angesagtes Restaurant mit Biergarten und der Echinger See, der nach einem heißen Sommertag zum Abkühlen einlädt – besser geht es nicht! Vor allem schätzt Yannick aber die vielen Menschen im Verein, die mit Engagement und Herzblut alles am Laufen halten. „Hier fühlt es sich einfach gut an“, sagt er mit einem Lächeln im Gesicht.
Wer Yannick, immer noch ein begnadeter Tennisspieler und die Nummer 1 des Vereins, selbst spielen sehen möchte, hat dazu im Sommer bei Punktspielen oder Turnieren des SC Eching Gelegenheit. Und wer selbst Lust bekommen hat, Tennis auszuprobieren, dem nimmt er jede Scheu: „Man kann in jedem Alter anfangen. Schläger in die Hand, verabreden und loslegen.“ Dabei helfen er und die Trainer der Tennisschule Zehringer gerne. Mit etwas Anleitung stellt sich dann das erste Erfolgserlebnis schnell ein. Und wenn der erste Ball dann übers Netz fliegt, fühlt es sich einfach großartig an.
Yannick zeigt: Nicht jeder Traum endet auf der großen Weltbühne. Aber manchmal entsteht daraus etwas, das mindestens genauso wertvoll ist. Für ihn ist es heute das Leben auf und neben dem Tennisplatz in Eching – und für die Gemeinde eine Einladung, diesen besonderen Sport mit einem besonderen Menschen für sich zu entdecken.
Für Sie berichtete Echinger Echo.













