Selbstbildnis des Künstlers (Foto privat)
In Erinnerung und zu Ehren des Malers Barthl Mayer aus Dietersheim
Unter dem Motto „Kunst in der Kapelle“ werden am kommenden Wochenende, Samstag, 5. und Sonntag, 6. September, jeweils von 15 – 19 Uhr in der 2024 eingeweihten Kreuzwegkapelle Bilder des Dietersheimer Malers Bartholomäus Mayer gezeigt, genannt und besser bekannt als Barthl Mayer (1909-1965). Interessant wird sicherlich, für Ortsansässige ebenso wie Kunstinteressierte, zur Eröffnung einen kurzen Einblick in sein Leben und Schaffen erhalten zu können.
Erstmals zu sehen sein werden Bilder aus dem Nachlass, seiner „Russlandmappe“, die der Junggeselle seiner Schwester hinterlassen hat. Entstanden sind die Werke im zweiten Weltkrieg während seines Einsatzes in Russland als Soldat und Kriegsmaler in den Jahren 1941-1943, darunter Aquarelle, Portraits und Skizzen. Die Motive beschäftigen sich mitnichten mit dem unmittelbaren Kriegsgeschehen, sondern stellen Momentaufnahmen vom einfachen Leben der Menschen, von Landschaften, Dörfern und Kirchen dar.
Vita, Werk und Wirken vom Bauernsohn Barthl Mayer
Barthl Mayers künstlerisches Gesamtwerk besteht aus zahlreichen Landschafts- und Frauendarstellungen, Bildern von „dahoam“, aber auch aus farbenprächtigen Blumenbildern und Stillleben. Er malte und zeichnete Alltagssituationen, die von seiner Verwurzelung in seinen Heimatort und sein persönliches Umfeld geprägt sind und einen besonderen Reiz im kompositorischen und farblichen Zusammenspiel von Bodenständigkeit und Experimentierfreude gewinnen.
Zwischen Bodenständigkeit und Experimentierfreude
Dem Bauernsohn Barthl war sein künstlerischer und beruflicher Werdegang in keiner Weise vorgezeichnet, aber seine gestalterische (Hin-) Gabe zeichnete sich bereits in Kinder- und Jugendtagen ab. Nach beredter Fürsprache durch den damaligen Dorfpfarrer Franz Roßberger, der das Talent des jungen Barthl als „göttliche Gnade“ bezeichnete, konnte auch sein Vater vom außerordentlichen künstlerischen Talent seines erstgeborenen Sohnes überzeugt werden. Der 18jährige durfte eine Münchner Zeichenschule, anschließend eine Kunstgewerbeschule besuchen, an die sich ein zehnsemestriges Studium an der Akademie der bildenden Künste anschloss. Das Sträßchen am damaligen Ortsrand von Dietersheim, an dem sich der Kunstmaler und Restaurator 1948 ein Häuschen mit Atelier errichtete, heißt ihm zu Ehren Barthl-Mayer-Weg.
„Wir freuen uns auf regen Besuch. Sagen Sie es weiter, auch Gäste sind herzlich willkommen“ lädt Stefan Wagner im Namen des Vorstandes des Kreuzwegkapellen-Vereins zu einem Besuch der zweitägigen Kunstausstellung ein.
Selbstbildnis des Künstlers (Foto privat).
Frei-und Ruheraum, ein Raum für Besinnung und für Kunst: Die Dietersheimer Kreuzwegkapelle an den Isarauen bietet dazu einen schönen „Spielraum.“
Für Sie berichtete Ulrike Wilms.










