Unachtsamkeit aber auch Blitzschläge können schnell die Katastrophe auslösen. Die Gefahr steigt durch die zunehmenden Trockenperioden. Gute Vorbereitung ist ein Muss. Flammen schlagen hoch, schnell breiten sie sich aus. Ein Funke, der vom Grill überspringt, eine unachtsam weggeschnippte Zigarettenkippe am Waldrand: Wenn Fahrlässigkeit auf trockenes Laub, Nadel, Äste oder auf Stoppeln eines Feldes trifft, kann das rasend schnell fatale Folgen haben. Häufig entstehen so Wald- oder Feldbrände. Generell steigt die Waldbrandgefahr in Bayern stetig. Die Klimakrise verursacht immer häufiger Extremwetterereignisse, dazu gehören lange Trockenphasen und höhere Temperaturen. Entsprechend müssen sich die Freiwilligen Feuerwehren vorbereiten. „Wir hatten mehrere kleine Waldbrände im Landkreis. Die Gefahr für Extremereignisse wird immer wahrscheinlicher. Jeder Landkreis muss inzwischen ein Waldbrandkontingent zur Verfügung stellen können, lautet die Vorgabe“, sagt Rupert Gärtner, zweiter Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Günzenhausen: „Wir haben die „30-ger Regelung“, das heißt: 30 Grad Außentemperatur, 30 Prozent Luftfeuchtigkeit und 30 km/h Windgeschwindigkeit sind beste Voraussetzungen für einen Flächen- oder Waldbrand.“ Gebraucht: So viele Hände wie möglich Durchdacht bis ins kleinste Detail Blick nach vorne Für Sie berichtete Manuela Praxl.
Gemeinsam mit Kameraden aus dem Landkreis steht Gärtner auf dem Stoppelfeld eines Landwirts und bekämpft Brandnester. Sie hacken, schlagen und schaufeln mit verschiedenen Werkzeugen. Unter anderem entfernen die Einsatzleute brennbares Material für einen sogenannten Wundstreifen, der doppelt so breit sein soll wie die angrenzende Fläche, um einen Übergriff der Flammen zu verhindern und das Feuer zu löschen. Hitze und Rauch, dazu körperliche Schwerstarbeit bringen die Teams schnell an Grenzen. „Was kaum einer bedenkt, ist der unglaublich „Manpower“-Aufwand. Bei diesen Bedingungen in Feuerwehrschutzkleidung so hart arbeiten zu müssen, hält der Einzelne keine halbe Stunde durch.“ Entsprechend hoch sei in solchen Fällen der Personaleinsatz der Freiwilligen: „Daher können wir immer neue Leute brauchen, die sich uns anschließen wollen“, stellt Gärtner fest.
Bei dem Einsatz mit einigen Kameraden aus dem Landkreis, handelt es sich um eine Inszenierung im Kampf gegen die besondere Herausforderung. „Im Frühjahr 2022 hat Kreisbrandrat Manfred Danner seinen Kollegen Kreisbrandmeister Johannes Neumair gebeten, sich der Aufgabe anzunehmen und ich arbeite seither in einem entsprechenden Arbeitskreis mit“, erzählt Gärtner. Mit anderen Ehrenamtlern tüftelt der erfahrene Feuerwehrmann über einige Zeit an einem passenden Konzept für den Landkreis: „Die Landesfeuerwehrschule in Würzburg hatte damals ein Heft herausgebracht. Wir haben uns dann mit speziellen Rollcontainern auseinandergesetzt und sie individuell für uns zusammengestellt.“ Auf den ersten Blick sehen sie recht unspektakulär aus. Aber die Schubläden offenbaren: der Inhalt ist bis ins Kleinste durchdacht. Jede Lade beinhaltet übersichtlich sortiert Materialien und Werkzeuge für den Ernstfall. „Die sind im Landkreis verteilt worden. Es geht darum bestmöglich und breitgefächert auf die verschiedenen Situationen reagieren zu können“, sagt Gärtner.
Künftig kommen die speziellen Rollcontainer ab 1000 Quadratmeter Brandfläche neben vier Gruppen, 6000 Liter Löschwasser, vier Atemschutzgeräten und weiteren Hilfsmitteln zum Einsatz, erläutert Gärtner und zieht sein Fazit. „Ich bin sehr zufrieden mit der Übung und freue mich über die sehr gute Zusammenarbeit mit allen Kameraden. Um dieses Thema kommen wir definitiv nicht mehr herum, daher müssen wir uns damit auseinandersetzen.“
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