Weinfest der Freiwilligen Feuerwehr Eching

Kategorie: Veranstaltungen

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Keine ausgewiesenen Weinkenner, dafür exzellente Partykönner! V.l.n.r. Georg Geil (stellvertretender Kommandant Freiwillige Feuerwehr Eching), Markus Kistler (erster Kommandant), Christian Leutner (Vereinsvorstand), Alexander Klinar (stellvertretender Vereinsvorstand).

Wo die Gemütlichkeit den Takt vorgibt

Es gibt Kult-Veranstaltungen, die bedürfen keiner großen Werbetrommel. Insider kennen das Datum, den Ort und wissen genau, was sie erwartet: ein Zusammensein, das der Seele guttut. Jedes Jahr, wenn die Strahlkraft der Sonne spürbar nachlässt und das Laub beginnt, sich gelb, orange und rot zu färben, lädt die Freiwillige Feuerwehr Eching zu ihrem traditionellen Weinfest. „Man kann sagen, wir machen das so als Abschluss nach der Wiesn“, erklärt Christian Leutner, Vereinsvorstand der Freiwilligen Feuerwehr Eching. Dort, wo sonst Feuerwehrwagen auf ihren Einsatz warten, zeigt die Mannschaft ihren Sinn für Dekor und Detail und macht aus einer funktionalen Garage eine gemütliche Weinstube in XXL-Dimension. Große Tarnnetze, die Laub imitieren, verdecken das kühle Weiß der Decke und Wände und fangen das Licht auf. So entsteht die behagliche Atmosphäre, die sonst im Garten eines Weinguts zu finden ist.

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Von Familienzeit zur Party-Stimmung

Bereits eine halbe Stunde, bevor sich die Türen ins temporäre Rebensaft-Paradies öffnen, stehen die ersten Gäste an. „Am späten Nachmittag bis etwa 20 Uhr kommen Familien mit Kind und Großeltern, danach schlägt das Partyvolk auf“, weiß Leutner. „Die Gäste kommen und gehen, meist sind immer rund 400 Leute da, insgesamt sind es dann rund 700.“ Schnell sind die Bänke rund um die Bühne besetzt. Wer jetzt zur frühen Stunde noch nicht mit seinen Sitznachbarn zu den Klängen der Kohlstattmusikanten schunkeln mag, findet durch einen tiefrot beleuchteten Tunnel in einen weiteren Bereich, in dem es noch deutlich luftiger zugeht. „Das ändert sich später, da drängen sich alle hier hinein“, weiß Leutner aus Erfahrung. In einem Halbrund stehen dort verschiedene Stände, die Getränke mit mehr oder weniger Umdrehungen und handfeste Köstlichkeiten anbieten. Das beste Mittel, um eine Party zum einen genial, zum anderen legendär zu machen – nicht umsonst finden die besten Feiern schließlich immer in einer Küche statt.

Wir dürfen es nicht mehr aufhören, weil die Leute schon danach fragen, wann das nächste Weinfest ist.“ 

Markus Kistler, erster Kommandant.

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Frei nach dem alten Sprichwort: „Regen lässt das Gras wachsen, Wein das Gespräch.“ Lebhafter Austausch unter den Gästen.

Bierkenner im Wein-Einsatz

Bekanntermaßen löst Alkohol die Zunge, doch den benötigen weder das Vereins- noch das Kommandantenduo, um einen charmanten Fun Fact zu gestehen: Die vier starken Männer an der Spitze und Spritze bevorzugen privat anderen Alkohol und sind alles andere als Weinkenner. „Aber ich kenne Bier“, gibt der stellvertretende Vereinsvorstand Alexander Klinar verschmitzt zu. Umso kompromissloser bereitet die Chefetage das Event vor, denn ihr Anspruch an die Qualität ist hoch. „Da kommen zu einem Termin ein paar verschiedene Händler, wir sitzen beieinander, sie beraten uns und so entscheiden wir“, erklärt der stellvertretende Kommandant Georg Geil. Vorstand Leutner stimmt zu: „Durch die Weinprobe können wir uns unsere Meinung bilden, denn am Ende wollen wir etwas anbieten, was uns allen schmeckt.“ Das süffige Ergebnis kann sich sehen lassen: Liebhaber der edlen Tröpfchen können zwischen acht Weißweinen, fünf roten und drei Roséweinen wählen. „Wir alle sind ein bisschen Südtirol-Fans, da probieren wir uns gerne durch die Weine“, meint Geil. Markus Kistler, erster Kommandant, nickt schmunzelnd: „Ja, das ist super. Blöd ist nur, dass sie da unten immer noch besser schmecken als hier.“

Schmankerl, Schmusen und das große Schweigen

Da der ausgiebige Genuss nach einer kräftig-deftigen Grundlage schreit, stehen auf der Speisekarte des Abends Schmankerl aus Südtirol – und zwar nicht vom Münchner Großhändler, sondern eigenhändig und vorgekostet importiert. „Den Speck und Käse holen wir aus Südtirol immer selbst“, erzählt Geil. „Hier bieten wir dann das Speckbrettl oder eine Brotzeit an.“ Absoluter Star für den verwöhnten Gaumen ist allerdings der schnell ausverkaufte Bauerntoast. „Das ist ein Vinschgerl, mit Butter bestrichen, mit Speck und dann überbacken mit Käse und angerösteten Zwiebeln.“ Das Beste daran: Niemand muss sich Gedanken machen, mundgeruchstechnisch im Flirt-Niemandsland zu landen. „Das ist ohne Knoblauch und die Zwiebeln sind angeröstet – Schmusen geht“, meint das Quartett einstimmig, augenzwinkernd und vielsagend. „So manche Beziehung hat ihren Anfang auf unseren Weinfesten gemacht. Hier ist der Funke übergesprungen.“ Die Andeutungen müssen für Außenstehende reichen, schließlich gilt: Was auf dem Weinfest passiert, bleibt beim Weinfest. Wie jedes Jahr dauert das gesellige Beisammensein ein bis ein paar Glaserl länger. „Es kommt einfach wahnsinnig gut an“, fasst Markus Kistler zusammen. „Wir dürfen es nicht mehr aufhören, weil die Leute schon danach fragen, wann das nächste Weinfest ist.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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