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Doppeljubiläum in der Gärtnerei Hollern für Menschen mit Handicap

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 16. Juli 2018

Arbeiten und Wohnen in einer grünen Oase
Es war gelungenes Doppeljubiläum, das ausgerechnet an einem Freitag, den 13. Juli, auf dem Gelände der Gärtnerei Hollern stattgefunden hat: Zum einen konnte der Gartenbaubetrieb des Heilpädagogischen Zentrums Augustinum (HPCA) für Menschen mit Handicap seinen 40. Geburtstag feiern. Zum anderen wurde dort inmitten der grünen Oase des vormaligen Geflügelhofs ein barrierefreies Wohnheim für 39 Bewohner mit Behinderung eingeweiht.

Glückwünsche an diesem sonnigen Sommertag gab es von zwei Bürgermeistern: So war es Echings Bürgermeister Sebastian Thaler vorbehalten, die neuen Bewohner herzlich in seiner Gemeinde willkommen zu heißen: „Sie sind ja jetzt Echinger" begrüßte er die Hauptpersonen und wünschte ihnen, dass sie sich „allzeit wohl fühlen". Sein Unterschleißheimer Amtskollege Christoph Böck wies in seinem Grußwort auf die räumliche Nähe und gefühlte Zugehörigkeit der Gärtnerei Hollern zu „seiner" Kommune hin und merkte humorvoll an: „Sie wohnen bei der Stadt Unterschleißheim – und fügte in Richtung des Amtskollegen hinzu: „und nicht auf dem Land". ... Ebenso wie Thaler stellte Böck die konzeptionelle Grundidee des HCPA heraus, mit dem Bau der neuen Appartementanlage „Haus Hollern" „Wohnen und Arbeiten als Einheit" in den Blick zu nehmen. Und auch Dienststellenleiterin Jutta Simon zeigte sich überzeugt davon, dass damit nun „zusammenwächst, was zusammengehört."

 

Jubilaeum-und-Einweihung Hollern Masterbild

Festliches Foto mit von links: Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck, Stellv. Hausleitung Ewa Krügel, Dienststellenleiterin Wohnen Jutta Simon, HPCA-Geschäftsführer Matthias Heidler, Hausleiterin Alexandra Kircher, Geschäftsführer Gärtnerei Hollern Peter Schied, Werkstattleiter Josef Schillhuber und Echings Bürgermeister Sebastian Thaler.

A propos wachsen: Bereits seit 1978 befindet sich auf dem Gelände eines aufgelassenen Geflügelhofes auf Echinger Flur ein florierendes Gartenbauunternehmen, nur durch die B13 von Unterschleißheim getrennt. Es ist die älteste von drei „Außenstellen" des Heilpädagogischen Zentrums Augustinum. Die Arbeit mit und von Menschen mit Behinderung begann dort als innovatives Start-Up mit Wachstumspotential, so Peter Schied, seit 19 Jahren Geschäftsführer der Gärtnerei Hollern. Am ursprünglichen Geschäftsmodell habe sich wenig geändert. Da, wo früher „die Hühner scharrten", sei „ein sinnstiftendes Miteinander in und mit der Natur" und „gelebte Inklusion" entstanden, fasst Josef Schillhuber, Leiter der HPCA-Werkstätten, den ganz normalen Arbeitsalltag von 90 Beschäftigten und 32 Betreuern zusammen . Ein wichtiges Standbein ist der kontrolliert biologisch erzeugte Gemüseanbau, für dessen Qualität das Naturland-Siegel steht. Das erntefrische Gemüse - über das Jahr verteilt sind es an die 40 Sorten - verkaufen Beschäftigte und Betreuer auf Wochenmärkten in und um München und an Großküchen. Als einer der größten regionalen Anbieter von Hydrokultur und deren Pflege hat sich die Gärtnerei Hollern ebenfalls einen guten Namen erworben, bis in die Chefetagen von Banken und großen Wirtschaftsunternehmen. Auch die Innenraumbegrünung des Unterschleißheimer Rathauses stammt aus Hollern. Ein weiterer, jüngst hinzugekommener Geschäftszweig ist ein „Überwinterungs-Service" für kälteempfindliche Pflanzen.
Nun ist zu den Arbeitsplätzen „im grünen Bereich" auf dem Gärtnereigelände noch eine Wohnstätte für Menschen mit Behinderung hinzugekommen. Die ökumenische Segnung für das Haus, die Bewohner und Beschäftigten nahmen der evangelische Pfarrer Markus Krusche und der katholische Pastoralreferent Josef Six vor.

Jubilaeum-und-Einweihung Hollern Segen

Sie erbaten Gottes Segen für eine Atmosphäre des Respekts, der Geduld und der Gemeinschaft. Gemeinschaft gelebt wird in der neuen nach modernsten Standards barrierefrei ausgestatteten Wohnstätte in insgesamt sechs Gruppen mit maximal sieben Bewohnern. Neben ihrem nach eigenen Wünschen und mit eigenen Möbeln ausgestatteten Einzelappartement einschließlich Bad teilen sie sich einen gemeinsamen Wohn- Aufenthaltsraum mit Küche. Damit werde, so HPCA-Geschäftsführer ein „familiäres Miteinander" gesichert." Und so wünschte Hausleiterin Alexandra Kircher den seit Mai neu eingezogenen Bewohnern, dass „Haus Hollern" zu ihrem Zuhause werden möge.

Jubilaeum-und-Einweihung Hollern Wohnen
Fühlt sich wohl in „Hollern": Christine Fredl aus Wohngruppe zwei ist zusammen mit einigen weiteren WG-Mitgliedern aus der Sondermeierstraße in die neue Wohnstätte eingezogen, hier im Gespräch mit der stellvertretenden Hausleiterin Ewa Krügel und Gärtnerei-Geschäftsführer Peter Schied.

Jubilaeum-und-Einweihung Hollern Gebaeude

Den Wohnkomplex umgibt viel Grün. In Anspielung auf die Gärtnerei ist auf einzelnen Podesten auch Obst und Gemüse dekoriert. Die Terrassen und ein eigens geschaffener Rundweg sind ideal für einen Aufenthalt im Freien.

Jubiläum-und-Einweihung Hollern Musikverein

Zur musikalischen Einstimmung hatte Echings Bürgermeister Sebastian Thaler ein Ensemble des Musikvereins Sankt Andreas mitgebracht.


Für Sie berichtete Ulrike Wilms

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