lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo neufahrner-echo haarer-echo herrschinger-spiegel mooskurier

Zeitreise im Heimatmuseum beim Internationalen Museumstag

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 30. Mai 2017

Echings „Oberdorf" gestern und heute
Gut besucht war am Internationalen Museumstag, Sonntag 21. Mai 2017, die "Bäuerliche Gerätesammlung auf dem Gfild" unter der Echinger Schulturnhalle an der Danziger Straße 4. Wie jedes Jahr hatten Museumsleiter Klaus Widhopf und Gemeindearchivpfleger Günter Lammel das (inoffizielle) Echinger Heimatmuseum geöffnet und standen für alle Gäste, die sich auf historische Zeitreise in Echings bäuerliche Vergangenheit begeben wollten, für eine ganz persönliche Führung gerne zur Verfügung. Auch „Zufallsgäste" sind immer wieder überrascht darüber, was sich alles im Museumskeller befindet und stellen fest, dass sich ein Besuch allemal lohnt. Die von Gemeindechronist, Archivar und Ehrenbürger Georg Kollmannsberger (1920-2007) zusammengetragenen Exponate über das bäuerliche Leben im Ort belaufen sich mittlerweile auf rund 300 Ausstellungstücke, die von Widhopf komplettiert und ergänzt werden. Es sind Gerätschaften aus dem bäuerlichen Leben beispielsweise für Ackerbau und Viehzucht, dem bäuerlichen Haushalt, Hofgeräte und diverse Handwerkszeuge, die thematisch gegliedert und mit alten Fotodokumenten sowie erläuternden Texten versehen sind. Zu bestaunen gibt es als weitere Abteilungen die von den heimatvertriebenen ortsansässigen Ungarndeutschen eingerichtete Majscher Heimatecke und die Mineraliensammlung von der Münchner Schotterebene (=dem G'fild), ein Geschenk des Hobby-Mineralogen Helmut Eichhorn. Seit letztem Herbst neu in der Sammlung sind einige Werke des Dietersheimer Malers Barthl Mayer hinzugekommen. In der Majscher Heimatecke kredenzten die Eheleute Hirtenreiter den Besuchern ein Glaserl Wein und leckere Appetithäppchen.
Besondere Aufmerksamkeit zog natürlich die diesjährige Sonderschau über das „Obere Dorf" auf sich. Darin dokumentierten Widhopf und Lammel mit alten Fotografien aus dem vergangenen Jahrhundert einerseits und an gleicher Stelle gemachten Bildern von „hier und heute" andererseits eindrucksvoll den schnellen Wandel der Zeit. Bevor in Eching Straßennamen eingeführt wurden, bezeichneten die Begriffe "Unten" für den größeren Bereich der heutigen Unteren Hauptstraße mit Waagstraße, Ottostraße, Marienstraße und Garchinger Straße sowie "Oben" für die deutlich kleinere Bebauung zwischen der Oberen Hauptstraße und der Hollerner Straße sowie an der Heidestraße. Im „Oberdorf", entlang der Oberen Hauptstraße, waren früher neben etlichen Bauernhöfen auch ein Futtermittelhandel, eine Schmiede mit Eisenwarengeschäft, eine Autowerkstätte mit Tankstelle und eine Baufirma angesiedelt.
Viele alteingesessene Echinger statteten der Gerätesammlung einen Besuch ab und konnten sich, zumal anhand der aktuell aufgearbeiteten Bilddokumentation, noch gut an das beschauliche und bescheidene Bauerndorf erinnern, das Eching bis Ende der 60er Jahre war. Aber auch die ebenfalls recht zahlreich erschienenen „Zugroasten" und Neubürger zeigten sich gleichermaßen interessiert und fasziniert an einer historischen Entdeckungsreise: Wie sah es damals aus in der Wohngegend, in der man heute zuhause ist?
Für alle, die den Internationalen Museumstag verpasst haben: Die Sonderschau über das "Obere Dorf" wird beim Waaghäuslfest im August noch einmal öffentlich gezeigt – und verbleibt natürlich auch zukünftig im Museumskeller.

Internationaler-Museumstag Oberdorf

Das Obere Dorf von Eching rund um die Obere Hauptstraße (Luftaufnahme aus dem Jahr 1956, Gemeindearchiv).

Für Sie berichtete Ulrike Wilms

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok