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Kommandantenwechsel bei der Freiwilligen Feuerwehr Günzenhausen

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 19. März 2017

Tobias Exner löst Johann Wallner ab

Einen Führungs- und Generationswechsel gab es bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Günzenhausen am 15. März. Johann Wallner, seit seinem 18. Lebensjahr und somit seit fast 40 Jahren aktiver Feuerwehrmann mit Leib und Seele, davon rund 30 Jahre in verantwortlicher Leitungsposition, trat nicht mehr zur Wiederwahl an – und machte damit Platz für seinen bisherigen Stellvertreter Tobias Exner.

Der 57jährige Wallner hatte Anfang der 90er Jahre das Amt des 2. Vorsitzenden inne, und war von 1993 bis 2011 2., die letzten sechs Jahre 1. Kommandant. Wie der scheidende Kommandant betonte, werde er seinen Kameraden weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung stehen, allerdings nicht mehr in der ersten Reihe, wo jetzt Jüngere die Verantwortung übernehmen sollten. In mehreren Reden „aus berufenem Mund" ebenso wie bei langanhaltenden Ovationen kam die große Wertschätzung zum Ausdruck, die Wallner beim Kreiskommando, den Kommandantenkollegen, der Mannschaft und auch der Gemeinde und Ortsgemeinschaft genießt. So würdigte Kreisbrandinspektor Helmut Schmid ihn für seine Ruhe und Besonnenheit als Einsatzleiter und der Günzenhauser FFW-Vorsitzende Bernhard Wallner ebenso wie Bürgermeister Sebastian Thaler für sein aufopferungsvolles Engagement. Echings Kommandant Stefan Maidl sprach seinen persönlichen Dank für die laufende Unterstützung aus: „Ohne Euch hätten wir einiges nicht geschafft." In seiner emotionalen und berührenden Abschiedsrede bedankte sich Johann Wallner seinerseits insbesondere bei der Mannschaft, die alle Herausforderungen gemeinsam gemeistert hätte. Für ihn ist die Feuerwehr ein Sinnbild des Zusammenhaltes auch für den Ort und in den Familien.
Zum letzten Mal legte der scheidende Kommandant in seinem Rechenschaftsbericht die relevanten Zahlen und Fakten „seiner" Wehr vor: Die Feuerwehr Günzenhausen hat aktuell 115 Mitglieder, davon 46 aktive, 21 passive und 48 fördernde. Erfreulicherweise konnten vier Neuaufnahmen registriert werden. Bei den Einsätzen summierten sich 2016 insgesamt 2524 Stunden, 650 Stunden mehr als im Vorjahr, darunter sechs Brandeinsätze, sechs Sicherheitswachen, 24 technische Hilfeleistungen, sowie viele Übungen und Ausbildungen. Ein Grund des hohen zeitlichen Mehraufwandes läge wohl in den vielen Besichtigungen von Feuerwehrhäusern begründet, wie Wallner mit einem Schmunzeln anmerkte, und die hätten „nicht wirklich etwas gebracht."
Auch die Neuwahlen im Feuerwehrverein brachten personelle Änderungen, allerdings nicht beim Vorsitz, für den weiterhin Bernhard Wallner verantwortlich zeichnet, der das Amt bereits seit 2002 inne hat. Nachdem der bisherige Stellvertreter Daniel Bindemann nicht mehr zur Verfügung steht, übernimmt seinen Posten jetzt Hubert Rottmair. Als Kassier bestätigt wurde Franz Lutz jun., ebenso Schriftführer Jörg Lungwitz und Fähnrich Stefan Wagner. Als Beisitzer fungieren Jakob Meir und Huber Rottmair. Bernhard Wallner zeigte die vielen Aktivitäten und Teilnahmen der Günzenhauser Feuerwehr in der Ortschaft aber auch darüber hinaus auf, etwa bei der Aktion „Saubere Landschaft" oder die Unterstützung der Echinger Feuerwehr bei den Brass-Wiesn.

Kritische Themen kamen auch zur Sprache. Wie Bürgermeister Sebastian einräumen musste, dauert die von der Gemeinde eingeleitete Bedarfsanalyse für die drei Freiwilligen Ortsfeuerwehren nun doch um einiges länger als von ihm ursprünglich erwartet. Wie Thaler erläuterte, ist die Rückmeldefrist für die beauftragte Expertise erst Ende Mai, so dass sich der konkrete Planungsbeginn von den ursprünglich angenommenen drei Monaten Verzug auf etwa ein halbes Jahr ausweiten dürfte.

Thaler appellierte an jeden Einzelnen der Günzenhauser Feuerwehrmänner, den umfangreichen online-Fragebogen, der die Grundlage der externen Analyse darstellt, so schnell wie möglich auszufüllen, um die notwendigen Voraussetzungen für eine Beschleunigung des Verfahrens zu schaffen.. Damit haben es die Aktiven selbst ein Stück weit in der Hand, wie zügig es dann weitergehen kann. Eine weitere Erschwernis hat ein zwischenzeitlich durchgeführtes Bodengutachten aufgedeckt. So erweist sich der Untergrund für einen möglichen Kellerbereich als zu weich. Einige Architektenbüros stehen den Worten des Bürgermeisters zufolge bereit für erste Vorentwürfe, die aber erst nach der abgeschlossenen Bedarfsanalyse konkret planen können. Diese erneuten Beeinträchtigungen kamen in Günzenhausen verständlicherweise nicht gut an. Aus leidvoller Erfahrung und mit einer Portion Pessimismus bemerkte Bernhard Wallner: „Das neue Feuerwehrhaus ist mal wieder in die Ferne gerückt", um dann mit ironischem Augenzwinkern fortzufahren: Was feststeht: „Das 150 jährige Gründungsfest im Jahr 2021 wird auf jeden Fall gefeiert" – wie alle hoffen, dann aber tatsächlich im neuen Günzenhauser Feuerwehrhaus.

Auch Ehrungen standen heuer wieder an, die noch das vorherige Führungsduo durchführte. Für 15 Jahre Mitgliedschaft wurden Daniel Bindemann, Markus Meier, Alexander Zigldrum, Franz Lutz jun. mit der silbernen Nadel ausgezeichnet und die Sonderehrung für 25 Jahre Mitgliedschaft ging an Stefan Schuhbauer.

FFW Guenzenhausen Neuwahlen-Masterfoto1

Vorstandsfoto:  V.l. Bürgermeister Sebastian Thaler, Bernhard Wallner (1. Vorstand), Stefan Wagner (Fähnrich), Tobias Exner (1. Kommandant), Franz Lutz jun. (Kassenwart), Rupert Gärtner (2. Kommandant), Jörg Lungwitz (Schriftführer) und Hubert Rottmair (2. Vorstand).

FFW Guenzenhausen Ehrungen Masterfoto2

Gruppenbild der Geehrten: v.l. Tobias Exner (eh. 2. Kommandant), Daniel Bindemann, Markus Meier, Alexander Zigldrum (alle 15 Jahre), Stefan Schuhbauer (Sonderehrung 25 Jahre), Franz Lutz (15 Jahre), Johann Wallner (eh. 1. Kommandant) und 3. Bürgermeister Tomas Kellerbauer.

Für Sie berichtete Ulrike Wilms.

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