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Wo sind Europas Grenzen?

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 20. Oktober 2019

Ein spannender Echinger Dialog über Europa
– im Kleinen und im Großen

Europa und seine diversen Grenzen, Außen- und Binnengrenzen, Sprachgrenzen, ja sogar „Grenzen im Kopf" standen im Mittelpunkt des zweiten Echinger Dialogs, zu dem am 17. Oktober in die Magdalenenkirche eingeladen wurde. Für den Dialog mit einem interessierten Auditorium konnte Kirchenvorstand und Initiator Frank Horlbeck neben Bürgermeister Sebastian Thaler auch den dpa-Journalisten und Buchautor Roland Siegloff gewinnen.

Echinger-Dialog Europa-Einladung

Positive und negative Grenzerfahrungen

Echinger-Dialog Europa LesungMit Siegloffs Lesung von kurzen, aber aussagekräftigen Passagen aus verschiedenen Werken, wie dem Sachbuch „Reise zu den letzten Grenzen" (2010), dem Roman „Südkreuz" (2016), der sich mit der Flüchtlingsproblematik auseinandersetzt sowie der verstörenden Zukunftsfiktion „Wolke sechs" (gerade erschienen), die in einer Zeit nach dem Brexit spielt, gelang ein vielschichtiger Einstieg ins Thema. Die entsprechende Lektüre zum vertiefenden Weiterlesen konnte man auf dem Büchertisch des Echinger Bücherladens käuflich erwerben.

Echinger-Dialog Europa Besucher

Gut besucht war der 2. Echinger Dialog zum Thema Europa in der evangelischen Magdalenenkirche.

Besonders erschütternd und eindrucksvoll wirkt Siegloffs nüchterne Prosa bei der Schilderung der vielen anonymen Gräbervon ertrunkenen Flüchtlingen in der spanischen Exklave Ceuta, auf dem marokkanischen Festland an der Straße von Gibraltar gelegen.
Es gibt aber auch heitere und positive „Grenzerfahrungen", wie Siegloff anhand eines Streiflichtes zu den belgischen Nachbarn aufzeigt. Dort verläuft die Sprachgrenze zwischen flämischen und frankophilen Gebieten teil mitten durch Ortschaften –mitten durchs Feuerwehrhaus hindurch oder verläuft auf einem Privatgrundstück, „zwischen Veranda und Erdbeerbeet". Diese Grenze spielt im Alltag keine Rolle" so Siegloff. Und weitere Diskussionsbeiträge zeigten auf, dass mittlerweile durch das Schengenabkommen viele ehemalige Landesgrenzen ebenfalls nicht mehr wahrgenommen werden. „Wir haben viel erreicht " so Siegloff. Dies ist, vor allem aus Sicht der Älteren, keine Selbstverständlichkeit und ein vereintes und friedliches Europa gefährdet und fragil.

Wie „europäisch" ist Eching aufgestellt?
Bürgermeister Sebastian Thaler berichtete von „herzlichen Erfahrungen" und „großer Gastfreundlichkeit", die er in den Echinger Partnergemeinden Maisch (Ungarn) und Trezzano (Italien) erleben durfte. Er wolle den dereinst regelmäßigen und lebhaften Austausch mit Trezzano, der ein wenig „eingeschlafen" sei, aber auch die guten Kontakte zum ungarischen Maisch, gerne auffrischen beziehungsweise verstärken. Einige der Anwesenden riefen sich gern sportliche und kulturelle Begegnungen mit den Partnergemeinden, bei Schüleraustausch und gegenseitigen Besuchen ins Gedächtnis – und berichteten von Kontakten und freundschaftlichen Beziehungen, die Bestand haben. 

Echinger-Dialog Partnerschaft

Bürgermeister Sebastian Thaler berichtete von der großen Gastfreundlichkeit der beiden Partnergemeinden, hier ein Foto von seinem Besuch des Mittelalterfestes Mitte September im italienischen Trezzano.

Wie selbstverständlich ungehinderte Begegnungen von über 25 verschiedenen Nationalitäten „im Kleinen", ja bei den „Kleinen" funktionieren, zeigte Pfarrer Markus Krusche anhand des gelebten Alltags am Beispiel der Echinger KiTa Regenbogen auf. Dieses Miteinander, so Krusche, sei die Grundlage für gegenseitiges Verständnis und Nächstenliebe. Und genau da, so die übereinstimmende Überzeugung, stehen Gesellschaft, (politische) Gemeinde und Kirchengemeinde in der Verantwortung.


Zitat Buchautor Roland Siegloff :

„Je mehr wir voneinander wissen, desto besser werden Fremde als Mitmenschen wahrgenommen"


Für Sie berichtete Ulrike Wilms.

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