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Mit dem Bus durch die Region

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 22. September 2019

Gemeinsame Aktion zur „Langen Nacht der Volkshochschulen“

Hundert Jahre nach dem Entstehen der Volkshochschulen wurde am 20. September der runde Geburtstag bundesweit mit einer „Langen Nacht der vhs“ gefeiert. Die Volkshochschulen von Allershausen, Eching, Neufahrn und Hallbergmoos luden zum Jubiläum zu einer gemeinsamen abendlichen Busfahrt durch die Region ein, auf der die rund 40 Teilnehmer aus Allershausen, Fahrenzhausen, Eching, Neufahrn und Hallbergmoos viel Abwechslung erwartete.

Festes Schuhwerk war zwar empfohlen, doch die meiste Zeit ging es gemütlich im Bus durch die Gegend. Und da die ganze Tour insgesamt rund sechs Stunden dauerte, wartete auf die Gäste zwischendurch auch immer wieder mal eine Stärkung.

Erste Station war die ehemalige HAWK-Flugabwehranlage in Giggenhausen, nur wenigen bekannt. Markus Loibl und Wolfgang Pleßl erzählten viel Interessantes und Heiteres sowohl zur Geschichte der Anlage als auch aus ihren eigenen Erfahrungen, beide waren – zu unterschiedlichen Zeiten – dort als Bundeswehrsoldaten stationiert. 1963 in Dienst genommen, wurde die Radaranlage nach dem Ende des Kalten Krieges aufgelöst. Glücklicherweise gab es in hier keinen ernsthaften Einsatz und so war nach Meinung der beiden das Schlimmste für die Soldaten lediglich das fürchterliche Kantinenessen.

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Bürgermeister Franz Heilmeier, Markus Loibl, Wolfgang Pleßl und Christopher Aichinger informieren über frühere und jetzige Nutzung des ehemaligen HAWK-Radargeländes in Giggenhausen.

Einige Jahre später erwarb die Gemeinde Neufahrn das Gelände. Die damals angedachte Möglichkeit der Nutzung durch Vereine wurde nicht verwirklicht. Heute weiden dort Rinder, ein Imker lässt seine Bienen fliegen und das Gelände ist für Besucher zugänglich.

Weiter ging es zum Tennisheim in Eching. Hier waren die Teilnehmer zur Abwechslung selber gefordert. Das „Weltspiel“ des Projekts „Bildung trifft Entwicklung“ ließ aus einer anderen Perspektive auf die Kontinente blicken. „Schätzen Sie, auf welchem Erdteil die meisten Menschen leben und stellen Sie sich im richtigen Verhältnis auf die große Weltkarte“, hieß die Aufgabe. Die Teilnehmer beteiligten sich eifrig, diskutierten, überlegten gemeinsam und lagen auch bei den folgenden Fragen nach Verteilung von Welteinkommen, CO2-Ausstoß und Fleischkonsum gar nicht sehr daneben.

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„Wie viele Menschen leben wo? – Die Teilnehmer am „Weltspiel“ im Tennisheim Eching verschätzen sich kaum.

Bei der Weiterfahrt war dann der Echinger Bürgermeister Sebastian Thaler an der Reihe, um einiges über seine Gemeinde zu erzählen. Sein Thema war vor allem der Wohnungsbau, er zeigte u.a. gelungene Beispiele im Ort für die Verdichtung auf – Wohnblöcke statt kleiner Häuser auf großem Grund - die seiner Meinung nach nötig ist, um trotz hoher Grundstückspreise Wohnraum zu schaffen.

Sein Zeitmanagement war perfekt, denn punktgenau an der Ortsgrenze Eching/Neufahrn gab er das Wort an den Neufahrner Rathauschef Franz Heilmeier weiter, der den Gewerbepark NOVA (ehemaliges AVON-Gelände) vorstellte. NOVA Neufahrn wird von der BEOS AG betrieben, und Valerie Lorenz, Senior Projektmanagerin, erklärte sehr anschaulich die Nutzung der verschiedenen Gebäude, deren Räume individuell gestaltet und den Wünschen der Kunden angepasst werden können. Rund 17 unterschiedliche Unternehmen haben sich inzwischen bereits im Gewerbepark NOVA angesiedelt.

Nach so vielen städtebaulichen Informationen war eine kurze Erholungspause angesagt und es ging zum Pflüglerhof, der ein Beispiel für regionale Produktion und Vermarktung eigener Erzeugnisse darstellt. Caro und Andi Pflügler führen ihren Hof bereits in vierter Generation und haben sich viel überlegt, wie sie vermarkten können, was sie anbauen und herstellen, ohne dabei den Bezug zum Handwerk aus dem Auge zu verlieren. Andi Pflügler ist Braumeister und so bot es sich an, den leerstehenden Kuhstall in eine kleine aber feine Brauerei umzubauen, in der er nun seine ganz speziellen Biere braut. Trockene Informationsvermittlung war hier nicht angesagt, jeder Gast durfte das Bier seiner Wahl probieren und sich mit selbstgebackenem Brot stärken.

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Mitreißender musikalischer Ausklang der „Langen Nacht der vhs“ mit der Band „Rijo“ im Alten Rathaus in Hallbergmoos

Weiter ging es zur nächsten und letzten Anlaufstelle. Im Alten Rathaus in Hallbergmoos wartete die Band „Rijo“ auf die – inzwischen etwas geschafften – Tour-Teilnehmer, war es doch mittlerweile bereits 22 Uhr geworden. Die vier gut gelaunten Bandmitglieder ließen den Abend mit mitreißender Musik entspannt und heiter ausklingen - der ideale Abschluss nach einer sehr informativen Tour durch die Region.

Einhellige Meinung der Teilnehmer: gut organisiert, nicht stressig, abwechslungsreich, interessant, unterhaltsam. Fazit: jederzeit gerne wieder!

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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