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Neuwahlen beim TSV Eching auch im zweiten Anlauf gescheitert

Kategorie: Sport Veröffentlicht: 15. Mai 2016

„Ist jemand bereit, als 1. Vorstand zu kandidieren?" Dies war die alles entscheidende Frage bei der außerordentlichen Jahreshauptversammlung des TSV Eching am 4. Mai im Sportheim an der Dietersheimer Straße. Bereits Ende Februar wurde sie schon einmal von Bürgermeister und Wahlleiter Josef Riemensberger an gleichem Ort gestellt. Und wie vor gut zwei Monaten war großes Schweigen in der Runde der zahlreich erschienenen Mitglieder die einzige, negative Antwort.

Kurz, aber nicht gut: Auch beim zweiten Anlauf konnte kein Kandidat und Nachfolger für Präsident Bernd Hill gefunden werden, der nach vier Jahren nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung steht – und nun notgedrungen seine kommissarische Arbeit fortsetzen muss.
„Es ist nicht das erste Mal, dass wir hier keine Vorstandsmannschaft zusammenbringen" kommentierte Riemensberger nüchtern und sachlich den Status Quo. Er setzt zuversichtlich darauf, dass vor der Sommerpause ein komplettes Team gefunden werden kann.

 

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Zweckoptimismus bei Bürgermeister Josef Riemensberger und komissarischem Vorsitzenden Bernd Hill: noch vor den Sommerferien soll der TSV eine neue Vereinsführung bekommen ...

Hinsichtlich einer finanziellen Unterstützung des Vereins durch die Gemeinde wiederholte er die Grundsatzentscheidung, vor allen Dingen auch mit Blick auf die Wünsche und Forderungen anderer Ortsvereine: „Den wirtschaftlichen Betrieb des TSV können wir nicht unterstützen." Gleichzeitig aber sicherte er erneut eine Finanzspritze für anstehende und unumgängliche Investitionen wie beispielsweise eine neue Flutlichtanlage zu, geschätzter Kostenpunkt zirka 250 000 Euro, ohne allerdings eine „Hausnummer" zu nennen.
Mit konkreten Haushaltszahlen dagegen wartete Finanzminister Wolfgang Nagl auf. Mit einem Jahres-Etat von rund 211 000 Euro für 2016 stellt sich der „Betrieb TSV" vom organisatorischen Aufwand und der Finanzkraft wie ein mittleres, steuerpflichtiges Wirtschaftsunternehmen dar. Nagl zeigte auf, dass mit Hilfe des langfristig angelegten Entschuldungsplanes in Zusammenarbeit mit dem BLSV „gut gewirtschaftet" wurde – und seit 2009 unter seiner Kassenführung jährlich und regelmäßig Schulden im fünfstelligen Bereich getilgt werden konnten. So sind die Verbindlichkeiten von 270 000 Euro vor sieben Jahren auf nunmehr 120 000 Euro gesunken. „Wir kommen hin" so seine positiven Aussichten, auch wenn immer wieder unverhoffte Ausgaben und anstehende Sanierungen erhebliches Kopfzerbrechen bereiten.
Vor allen anderen Dingen: Ohne Führung macht eine Mannschaft keinen Sinn, ist ein Verein nicht zukunftsfähig, da sind sich alle einig. „Man muss schon wissen, wer vorne dran steht" so auch Riemensberger. Noch-Präse Hill stellte als positive Tatsache heraus, dass sich bei den intensiven Gesprächen in jüngster Zeit in Kreisen des bisherigen Vorstands und Beirates durchaus eine Reihe von engagierten Kräften grundsätzlich bereit erklärt haben, in einem neuen Vorstands-Team mitzuarbeiten. „Es hat sich einiges bewegt" bilanzierte er die Zeitspanne von neun Wochen seit der Februar-Versammlung. Hill warb um Vertrauen, Mut und Zusammenhalt für die anstehenden Zukunftsaufgaben und sagte auch hinsichtlich seiner Position: „Das ist eine Tätigkeit, die man leisten kann." Die Zeit unter seiner Führung und der seines Vorgängers Gerhard Kytka hätten gezeigt, dass man auf dem richtigen Weg sei. So seien die Schulden mehr als halbiert worden. Sein emotionaler Appell: Der Verein mit über 600 Mitgliedern, darunter über 200 Jugendspieler und –spielerinnen, gelte es unbedingt zu erhalten, „denn er ist es wert!" Das Hauptproblem allerdings ist bestehen geblieben, es fehlt unverändert die „Gallionsfigur" an der Spitze.

TSV Versammlung1 Ratlosigkeit

Präsident verzweifelt gesucht – heißt es momentan beim TSV – abzulesen an den ratlosen Gesichtern bei der außerordentlichen Jahreshauptversammlung

Für Sie berichtete Ulrike Wilms

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