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Neuwahlen beim TSV Eching gescheitert

Kategorie: Sport Veröffentlicht: 01. März 2016

Die Neuwahlen als wichtigster Tagesordnungspunkt bei der Jahreshauptversammlung des TSV Eching am 26. Februar 2016 konnten nicht durchgeführt werden, sondern mussten auf unbestimmte Zeit verschoben werden: Trotz vieler Gespräche und Sondierungen im Vorfeld wurde kein Kandidat und Nachfolger für Präsident Bernd Hill gefunden, der nach vier Jahren sein Amt zur Verfügung stellen wollte. Einstweilen bleibt er, notgedrungen, gemeinsam mit seiner von der Versammlung entlasteten Vorstandsmannschaft in schwierigen Zeiten kommissarisch auf dem („Regierungs")-Posten. TSV-Jahreshauptversammlung2
Als designierter Wahlleiter – auch ohne Neuwahl - ging Bürgermeister und Vereinsmitglied Josef Riemensberger vor großer Kulisse im mit über 100 Besuchern bis auf den letzten Stehplatz gefüllten Sportheim noch einmal auf die finanziell prekäre Situation des TSV ein und machte unmissverständlich klar: „Den wirtschaftlichen Betrieb können wir nicht unterstützen." Die Bilanzen und Verbindlichkeiten des TSV waren zuvor intern ausführlich diskutiert worden. Echings Gemeindeoberhaupt ist sich im Klaren darüber, dass die in die Jahre gekommenen Anlagen einer Erneuerung und Modernisierung bedürfen. Er stellte in Aussicht, die Unterhaltung der Sportstätten zu unterstützen, machte zugleich aber deutlich, dass auch andere Vereine wirtschaftliche Probleme und Wünsche haben. Dennoch verbreitete Riemensberger eine gute Portion Zweckoptimismus und äußerte zuversichtlich: „Wir kriegen es hin" - wenn alle gemeinsam anpacken und mitarbeiten.

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Dem Vorsitzenden war es vorbehalten, einen Gesamtüberblick über die Vereinsgeschäfte und alle Abteilungen des TSV im vergangenen Vereinsjahr in sportlicher, aber ebenso personeller, organisatorischer und monetärer Hinsicht zu geben – und der fiel durchwachsen aus. Einen neuen Pächter für die vereinseigene Sportgaststätte am Stadion an der Dietersheimer Straße zu finden, gestaltete sich nicht so einfach, berichtete Hill, nachdem der langjährige Wirt „Sage" (Reinhard Sagermann) nach 23 Jahren eine neue Wirkungsstätte gefunden hatte.
Nach Recherche und Vorauswahl entschied sich der TSV bei der Fortführung seines Vereinslokals für die Lecker Schmecker Bäcker Snäcker GmbH, unter deren Leitung das Sportheim seit Mitte Januar läuft. Seitens des Pächters stellte Mitarbeiter Mario Bösewächter in der Versammlung ein paar Ideen vor, wie die Gaststätte neu gestaltet werden könnte. Angedacht wird unter anderem, die Terrasse einzuhausen, die damit den Charakter eines Wintergartens erhält.
Für den Sportbetrieb, über alle Mannschaften hinweg, stellte Hill dem TSV ein gutes Zeugnis aus. Allerdings ist man noch auf der Suche nach weiteren Mannschaftsbetreuern. Nach seiner Zusammenfassung berichteten auch die Spartenverantwortlichen und Abteilungsleiter von der Wintersportabteilung über die AHs (Alten Herren), Frauen, Jugend bis zur Landesligamannschaft aus ihren jeweiligen Ressorts. Ein besonderes und besonders wichtiges Aushängeschild des TSV ist sein Nachwuchs. „Der TSV hat die meisten Jugendabteilungen im Landkreis" konnte Abteilungsleiter Patrick Mücke nicht ohne Stolz resümieren. 15 Jugendmannschaften stehen im Spielbetrieb und werden von 33 ehrenamtlichen Übungsleitern betreut. Auch eine A-Jugend konnte wieder etabliert werden und sowohl die B-Jugend als auch die D1- und D2-Junioren dürfen sich Herbstmeister nennen.
Auf die Landesligamannschaft mit ihrem Trainer Alfred Ostertag wartet eine schwere Rückrunde, so die Einschätzung von Fußball-Abteilungsleiter Hans Wieser. Der anwesende Coach zeigte sich optimistisch, das gemeinsam anvisierte Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Derzeit steht der TSV auf Platz 12, aber es ist sehr wenig Luft nach unten. Wiesers Appell an alle Vereinsmitglieder und Fußballfans, doch die Heimspiele der ersten Mannschaft zu besuchen – nächste Gelegenheit nach dem Auswärtsspiel gegen Velden ist die Begegnung gegen den SC Kirchheim am 12. März um 15 Uhr – zwei Siege gegen die beiden Teams, die im Tabellenkeller hinter dem TSV stehen, würden die Situation spürbar entspannen.

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Ernste Mienen beim TSV - bei den Neuwahlen konnte keine neue Führungsriege gefunden werden.

Der zentrale „Knackpunkt" für die Zukunft des fast 70jährigen Traditionsvereins bleibt unverändert die Finanzlage. Als bewährter Schatzmeister erläuterte Wolfgang Nagl detailliert die unabwendbaren Investitionen, die der Verein schultern muss. Seiner Einschätzung nach besteht die Notwendigkeit, in den kommenden zwei Jahren 200.000 Euro für die Instandsetzung und Instandhaltung der Außenanlagen in die Hand zu nehmen, konkret für Flutlicht, Rasenmäher und Bewässerungsanlage. Auch für das Sportheim müsse man mit einer Summe von zirka 125.000 Euro für Küche, Innenausstattung, neue Heizung und den Freiluftbereich kalkulieren.
Der Interimsvorstand ist nun gefordert, nicht nur den Verein funktionsfähig zu halten und vor einer Auflösung zu bewahren, sondern auch möglichst bald einen Kandidaten für den Vereinsvorsitz gewinnen zu müssen – kein leichtes Unterfangen.
Für Sie berichtete Ulrike Wilms.

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