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Fußballturnier International mit Teams aus der Notunterkunft

Kategorie: Sport Veröffentlicht: 09. Dezember 2015

„...and the Winner is... Senegal"

Freizeit haben sie im Übermaß, die rund 250 Flüchtlinge, die in der Notunterkunft Realschul-Turnhalle untergebracht sind – aber ohne Arbeitserlaubnis und mit ihren geringen Deutschkenntnissen wenig Gelegenheit, sich sinnvoll zu betätigen – und Anschluss zu finden. Ein tolles Angebot ist deshalb das Fußballspielen auf dem angrenzenden Sportgelände, organisiert und angeleitet von Laurian Graef, dem Hausmeister der Imma-Mack-Realschule. Jetzt im Winter wird es dann wohl ein wenig schwieriger mit dem Freiluftsport. Auch für die aktiven Vereinsfußballer heißt es in der spielfreien Zeit, sich mit Hallentraining und auch Hallenturnieren fit zu halten.
Und da hatte Graef die tolle Idee, ein „internationales Hallenfußballturnier" mit Teilnehmern aus der Notunterkunft sowie einer Lehrermannschaft der Imma-Mack-Realschule auszutragen.

Alle organisatorisch-bürokratischen Hürden konnten, dank des Engagements des Lehrerkollegiums und des Helferkreises Asyl, genommen werden und am Dienstag, 8. Dezember, war es soweit: Vor riesiger Zuschauerkulisse kam es in der Dreifachhalle an der Dietersheimer zu denkwürdigen Begegnungen zwischen den teilnehmenden „Nationen" Senegal, Nigeria – und Bayern.

 

Hallenturnier-mit-Fluechtlingen 3

 

Auch Schulleiterin Gertraud Weber war im Publikum und berichtete von Sportschuhspenden, die noch kurz vor den Spielen in der Schule eintrafen. Die bayrische „Heimmannschaft" in Grün rekrutierte sich dabei aus dem Lehrerkollegium der Imma-Mack-Realschule, verstärkt vom fußballbegeisterten Hausmeister Christoph Graef. Kunterbunt traten die ausländischen Gäste in unterschiedlichsten Trikots an – beispielsweise von Bayern, Jahn München, SV Neufahrn oder auch SC Massenhausen, die vielfach von Privat oder den Vereinen gespendet wurden. Während der Begegnungen wurden zur besseren Mannschaftszuordnung jeweils für ein Team gelbe Leibchen verteilt. Alle Spieler waren mit vollem, aber fairem Einsatz von der Partie. Keine Probleme und mit fließendem Englisch auch keine Verständigungsprobleme hatte als Schiri Realschullehrer Jürgen Reichensperger, der die Begegnungen der Sechserteams souverän leitete. Den zahlreichen Zuschauern auf den vollen Rängen, darunter viele Mitbewohner aus der Flüchtlingsunterkunft, Schüler , Vertreter der Sportvereine und Echinger Anwohner, wurden packende Spiele präsentiert und insbesondere im Team Senegal fielen wahre Ballvirtuosen auf – der Lohn der Akteure war eine beeindruckende Geräuschkulisse. Ob ein Spiel am Ende mit 6:1 oder 7:1 gewonnen oder verloren wurde, spielte dabei keine entscheidende Rolle. Es ging ausnahmslos um den Mannschafts-Sport mit der Lederkugel – und um Spaß. Nachdem Senegal als klarer Gewinner feststand, kannte der kräftige Jubel in der Kabine keine Grenzen. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Nigeria und Bayern. Eine besondere Überraschung hat sich die Abteilung Turnen und Fitness des Sport Club Eching einfallen lassen und spendete zwei mal sechs Trikotsätze. Die Sportbekleidung, einmal in Weiß und einmal in Blau, überreichte Ehrenvorstand Jochen Köhn an das Gewinnerteam Senegal sowie die Zweitplatzierten Nigeria, neben den sportlichen Erfolgserlebnissen ein weiterer Gewinn für die aktiven Asylbewerber. „ Man muss doch die Mannschaften und Spieler auseinanderhalten können " so Köhn. Und dies ist zukünftig auch möglich. Und ganz wichtig: die örtlichen Sportvereine SCE und TSV stehen selbstverständlich auch den Flüchtlingen offen - ein wichtiger Beitrag zur Integration.


Für Sie berichtete Ulrike Wilms

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