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Diskussionsfreudiger SPD-Neujahrsempfang mit einer Ehrung und Weißwürsten

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 25. Januar 2018

Es ist schon ein bemerkenswerter Zufall und erstaunliche Koinzidenz der Ereignisse: Der gut besuchte Neujahrsempfang der Echinger Genossen am 21. Januar im Tennisheim findet zur gleichen Zeit statt wie der SPD-Parteitag in Bonn, bei dem sich eine knappe Mehrheit pro GroKo und Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU ausspricht. Und, wenig verwunderlich, auch auf lokaler Ebene zeigt sich das gleiche Bild wie bundesweit: Es wird viel und kontrovers diskutiert, auch mit den SPD-Kandidaten Markus Grill (Landtag) und Victor Weizenegger (Bezirkstag) und der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Beate Frommhold-Buhl, über den weiteren Weg, den die deutsche Sozialdemokratie einschlagen soll.

Im Mittelpunkt aber stand als „schöne Pflicht", so Ortsvorsitzender Carsten Seiffert, eine ganz besondere Ehrung: Ausgezeichnet für seine 50jährige Mitgliedschaft in der SPD wurde kein geringerer als Echings ehemaliger Bürgermeister Joachim Enßlin (Gemeindeoberhaupt von 1972-1992),Ehrenbürger der Gemeinde.

Neujahrsempfang SPD Ehrung-Enßlin

 

Ein besonderes Geschenk zu einer besonderen Ehrung: Markus Grill hatte eine Zeitung aus dem Jahr 1978 mitgebracht: Deutlich erkennbar ein junger „Jockel" Enßlin als Bürgermeisterkandidat auf der Titelseite .

In seiner Laudatio charakterisierte Seiffert Enßlin als „Macher" und „Wortführer". Enßlin sei jemand, der sehr viel angestoßen habe, beispielsweise bürgerschaftliches Engagement, die Patenschaft mit Trezzano und die Auszeichnung als kinderfreundliche Kommune. Davon zeugt unter vielem anderen auch sein Spitzname als „grüner Jockel", so genannt wegen seiner eigenhändigen Baumpflanz-Aktionen, der Anlage eines Grüngürtels um die Gemeinde mit Freizeitgelände und Kleingartenanlage. Damit habe er, führte Seiffert aus, das Bild der Gemeinde geprägt, unter anderem mit dem Bau von Bürgerhaus, Jugendzentrum, Musikschule und Alten und Servicezentrum. Mit dem in Enßlins Amtszeit initiierten und vielerorts übernommenen Echinger Baulandmodell habe man vielen jungen Familien ein Eigenheim ermöglicht. Zu Enßlins Verdiensten über die Gemeindegrenzen und den Tellerrand hinaus listete Seiffert in einer (imaginären) Liste, „ die aufgrund der Fülle immer nur unvollständig sein" könne, sein Engagement für die Dritte Welt im Arbeitskreis Entwicklungshilfe auf, und last but not least seine Handschrift und treibende Kraft im erfolgreichen Bürgermeisterwahlkampf für Sebastian Thaler.

Begrüßt wurden die Gäste von Thomas Müller-Saulewicz, neben Seiffert zweite Hälfte der SPD-Doppelspitze. Er positionierte sich als Groko-Gegner und Unterstützer der Jusos, als „der SPD von morgen". Er sieht die Volkspartei in einer Koalition mit einer „starken Merkel" in Gefahr. In der Opposition „frech sein und fordern" darin liege eine Chance auf Erneuerung. Seiner Rolle als designierter Wortführer wurde Enßlin in Form einer Gegenrede und pro Groko gerecht: „Was ist wichtiger, das Image der Partei oder das Wohl der Menschen?" fragte er seine Genossen, und: „Was ist denn die Alternative?" Eine Minderheitsregierung hält nicht, bei Neuwahlen werde man abgestraft, so Enßlin. Seiner Überzeugung nach habe die SPD in den Verhandlungen eine Menge erreicht für kleinere und mittlere Einkommen, jedenfalls deutlich mehr als Jamaika. Und das sei besser „als nicht zu tun" meinte Enßlin nüchtern.

Nach der politischen Kost stand auch Unterhaltsames und Gemütliches an. Neben einigen Erinnerungen in Bild und Ton an die imposante und gelungene 70-Jahr-Feier der Orts-SPD konzentriert man sich auch gerne auf „WBB" soll heißen Weißwürste, Bier und Brezen.

Neujahrsempfang SPD EE-Masterbild

Der Vorstand des SPD-Ortsvereins von links Anette Martin, Thomas Müller-Saulevicz, Carsten Seiffert , Herbert Hahner und Stefanie Malenke lud zum Neujahrsempfang und ehrte Joachim Enßlin (Mitte, mit der roten Urkundenmappe) für ein halbes Jahrhundert SPD-Parteizugehörigkeit.

Für Sie berichtete Ulrike Wilms

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