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Gegen Altersarmut, für soziale Gerechtigkeit und gerechte Renten

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 14. Februar 2017

Vortrag zum Thema „Gut und in Würde leben - jetzt und auch im Alter!"
Nicht nur die Bürger in einer immer älter werdenden Gesellschaft treibt das Thema (zukunfts-)sichere Rente um. Auch Politik, Wirtschaft und Interessenverbände haben das „permanent aktuelle" Thema Rente auf ihrer Agenda stehen. Sozialministerin Andrea Nahles hat ein Rentenkonzept vorgelegt, bei dem es zu keiner Erhöhung des Eintrittsalters kommt und mit dem sie ein Rentenniveau verspricht, das langfristig bei 48 Prozent stabilisiert werden soll. Reicht das aus? Die Frage, die heute und morgen Ruheständler umtreibt, lautet: Wie gut kann ich, kann ich überhaupt von meiner Rente leben: Ist unser Rentensystem zukunftssicher?
Jemand, der sich in der Rententhematik als wesentlichen Baustein in der Debatte um soziale Gerechtigkeit auskennt, ist SPD-Bundestagsabgeordneter Klaus Barthel, gleichzeitig Bundesvorsitzender der AFA (Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD. Bei einer sehr gut besuchten Informations- und Diskussionsveranstaltung am 1. Februar 2017 unter dem Titel „Gut und in Würde leben - jetzt und auch im Alter!"war der Politiker auf Einladung des SPD-Ortsverbandes in Eching zu Gast und stand kompetent und engagiert Rede und Antwort.

SPD-Rentenvortrag2

 

Die Tatsachen, dass eine erstaunliche Anzahl jüngerer Menschen gekommen war und sich viele der Anwesenden kritisch zu Wort meldeten, zeigten auf, wie wichtig das politische, gesellschaftliche und soziale Thema einer ausreichenden und gerechten Alterssicherung ist – jetzt und für kommende Generationen.
Barthel zeigte auf, dass das gegenwärtige System der gesetzlichen Rente den notwendigen Anforderungen schon heute in vielfacher Hinsicht nicht genügt, und sich eine fatale Entwicklung abzeichnet. So steigt die Anzahl von langjährig versicherten Rentnern mit Niedrigeinkommen an, die Anspruch auf Grundsicherung haben. Deren Niveau liegt derzeit bei 1120 Euro. Zum Vergleich: die gesetzliche Durchschnittsrente von Männern beträgt 1078, die von Frauen 610 Euro. Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern macht derzeit 21, die Rentenlücke sogar an die 50 Prozentpunkte aus! Grundsätzlich ist das Armutsrisiko bei allen hoch, die keine lückenlose „Erwerbsbiografie" aufweisen können, also neben Frauen und Müttern, in gleicher Weise Teilzeit- und Leiharbeitern, „Mini-Jobber", Menschen mit befristeten Arbeitsverträgen und arbeitslose, behinderte und kranke Erwerbstätige. Für diese „Risikogruppen" bedarf es zwingend einer Reform des Rentensystems. Oberste Prämisse ist eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit, denn an diese ist die umlagefinanzierte und beitragsbezogene gesetzliche Rentenversicherung geknüpft. So lautete eine der Grundforderungen von Barthel, mit auskömmlichen Vollzeit-Arbeitsplätzen „Ordnung auf dem Arbeitsmarkt" zu schaffen, damit der Mindestlohn arbeitsfest ist, um nach 45jährigem Erwerbsleben eine Rente oberhalb der Grundsicherung garantieren zu können.
Wie ist eine sichere Altersvorsorge für alle machbar? Zu den Forderungen der AFA gehören u.a. die Finanzierung aller nicht durch Beiträge gedeckten Leistungen, wie Mütterrente, Ost-West-Angleichung usw. aus Steuermitteln, eine Wiederanhebung des Sicherungsniveaus auf mindestens 50%, der Aufbau einer Demografie-Rücklage und als allerwichtigstes: Die Weiterentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung zu einer zukunftsfesten Erwerbstätigen-Versicherung, in die ausnahmslos zu gleichen Bedingungen alle einzahlen. Dies gilt also auch Politiker, Beamte, Landwirte und Selbständige, beispielsweise Ärzte und Anwälte. Nur durch ein solidarisches System, so Barthels Überzeugung, lassen sich dauerhaft Gerechtigkeit und Stabilität bei der Altersvorsorge garantieren. Und da zeigen sich auch die Anwesenden im Saal durchaus seiner Meinung – und solidarisch, ...

Für Sie berichtete Ulrike Wilms. 

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