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Leserbrief zum Bericht Petition für „Hundekot-Stationen“ gescheitert

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 11. Dezember 2015

in der Rubrik „aus dem Gemeinderat und seinen Ausschüssen"

Echinger Echo – Ausgabe 12/2015 – Seite 16

Das „Besondere" am Echinger Gemeinderat...


Eching kann sich rühmen, von einem Gemeinderat „regiert" zu werden, der einige Besonderheiten aufweist, die man in anderen Gemeinden vergebens sucht.
Da der Rat es schaffte, durch seine eigene Passivität in diesem Thema, die ihm anvertraute Kommune in Sachen Sauberkeit immer mehr verkommen zu lassen, etablierte sich kürzlich eine Interessengemeinschaft, um mit privatem Engagement dem entgegen zu wirken. Motto: „Eching soll sauberer werden!" Hauptthema ist die Verschmutzung durch Hundekot, aber auch die generelle desaströse Situation bezüglich Abfallbeseitigung auf Echings Wegen und Parkanlagen.
Verbesserungen würden die Aufstellung von Spenderboxen für Hundekotbeutel bringen, wie sie in den Gemeinden rings um Eching und der ganzen Republik bereits erfolgreich eingesetzt werden. In kürzester Zeit fanden sich knapp 1000 Bürger und unterstützten dieses vorbildliche Vorhaben mit ihrer Unterschrift auf einer eingereichten Petition. Der Bürgermeister selbst setzte auch seine Unterschrift auf dieses Werk.
Wie mussten sich die Beobachter der Bauausschuss–Sitzung am 10. 11. verwundert die Augen reiben, als sie sahen, wie besagtes Gemeindeoberhaupt bei der Abstimmung gegen das Vorhaben seiner eigenen Unterschrift stimmte!
Der Abstimmung voran gegangen war eine interessante Diskussion der Räte: Die pädagogisch gut ausgebildete Rätin, Frau Dr. Schmidtchen, selbst jahrzehntelange Erfahrung im Schuldienst, schlägt die pädagogische Wirkung von besagten Spenderboxen in den Wind und dadurch auch die gemachten positiven Erfahrungen der vielen Kommunen im Umfeld.
Der viele Jahre praktizierende Gemeinderat Bartl meinte ganz klar: "Des bringt nix". Woher er diese eigenartige Erkenntnis hat, hat er aber nicht verraten. Andere Räte meinten: „Das ist viel zu teuer". Minuten vorher jonglierten diese Leute noch mit mehreren Millionen Euro bzgl. Rathausbau. Solche Tütenspender in solider Ausführung kaufen andere Gemeinden ab ca. 150 € pro Stück.
Da half auch der Hinweis nicht, dass die Gemeinde jährlich über € 20.000 Hundesteuer einkassiert und doch ein Bruchteil davon wieder zweckgebunden eingesetzt werden solle. Ein vor einiger Zeit gemachter Vorschlag, durch private Spenden solche Boxen zu kaufen und zu montieren (Beschaffungskosten für Gemeinde = 0 €), wurde damals abgelehnt. Welch sonderbare Haltung!
Der Bürgermeister selbst drohte, dass er zusätzlich 2 Leute im Bauhof einstellen müsse, um den Betrieb der angedachten 10 Stationen zu gewährleisten. Woher schüttelt er diese Kalkulation aus dem Ärmel? Belegbar ist die Erfahrung einer Vergleichsgemeinde mit 20 (!) installierten Stationen, mit deren Pflege ein Mann einen halben Tag pro Woche beschäftigt ist. Wie schätzt eigentlich der Bürgermeister das Arbeitspensum der Arbeiter seines Bauhofes ein?
Dass der 3. Bürgermeister, H. Kellerbauer, mit viel hohlem Gerede, dafür wenig Substanz hörig in die Kerbe des 1. schlug, ist gute Tradition und war nicht anders zu erwarten.
Die Lenkung der Diskussion erfolgte dann so, dass dieses eigentlich klare Thema nochmal in 2 Anträge geteilt wurde. Es wurde dann über einen dieser Anträge abgestimmt. Der vom Bürgermeister vorgeschlagene 2. Antrag wurde überhaupt nicht mehr erwähnt und somit übergangen!
Die Frage sei schon erlaubt: Was haben wir da auf den Stühlen der Gemeindeleitung für „besondere" Leute sitzen? Diese Frage stellt sich sowohl für den vorsitzenden Thron, als auch für manchen Ratsstuhl. Dieses Gremium, bestehend aus wenigen Figuren, stimmte mehrheitlich also wieder gegen seine Bürgerschaft und in diesem Fall gegen ein „saubereres Eching!"
Günter Salomon,   Interessengemeinschaft „Beste Freunde-sauberes Eching"

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