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Das Thema Flüchtlinge dominiert die Echinger Bürgerversammlung

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 26. Oktober 2015

Das beherrschende Thema bei der diesjährigen Bürgerversammlung in Eching am 22. Oktober, der ersten der drei jährlichen öffentlichen kommunalpolitischen Informations- und Diskussionsforen, bestand in der Flüchtlingsproblematik. Wohl vor diesem Hintergrund war heuer das Interesse deutlich größer als in den Vorjahren. Rund 150 Bürger (bei insgesamt 10473 Ortsansässigen mit Erstwohnsitz im Gemeindeteil Eching – die gegenwärtige Gesamteinwohnerzahl der Gemeinde beträgt 13797) hatten den Weg ins Bürgerhaus gefunden.

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Großen Raum nahm der 75 minütige, von anschaulichen Folien illustrierte Überblick von Bürgermeister Josef Riemensberger zu einer Fülle von infrastrukturellen, städtebaulichen, verkehrlichen, wirtschaftlichen, sozialen und finanziellen Entwicklungen, Herausforderungen und Zukunftsplanungen der Kommune ein. Untermauert und illustriert wurde das umfängliche Zahlen- und Faktenmaterial durch eine Präsentation auf der Großleinwand. Angerissen wurden dabei unter anderem neue Baugebiete und verbesserte Breitbandversorgung, Rathaussanierung, optimierte Radwegeführungen entlang der Hauptstraße und Richtung Garching, eine behindertengerechte(re) Umgestaltung der Straßen- und Fußwegverbindungen rund um den Stachus, eine gemeinde- und landkreisübergreifende Verkehrslenkung in den acht Kommunen der Nordallianz und der geplante Schuldenabbau.
Auffällig war, dass die „üblichen Dauerbrenner", allen voran der Verkehr, aber auch kommunale Großprojekte wie Feuerwehr, oder die Entwicklung von Bürgerhaus, Bürgerplatz Ortszentrum und Hollerner See, die normalerweise die Diskussionen dominiert haben, von den Anwesenden heuer nicht einmal ansatzweise angeschnitten wurden. Das einzige aus Reihen der Bürger vorgebrachte Thema betraf die lokalen Auswirkungen der Flüchtlingskrise im Allgemeinen und der kritisierte Standort der geplanten Traglufthalle in Ortsrandlage (auf gemeindlichem Grund zwischen Autobahn, S-Bahntrasse, Goethestraße und Kleistraße) im Besonderen. Dazu war bereits im Vorfeld aus der Bürgerschaft ein umfänglicher Fragenkatalog vorgelegt worden, bei dem es im Wesentlichen um Fragen der Sicherheit und Beeinträchtigung einschließlich Wertminderung der Immobilien in den benachbarten Wohngebieten ging. Die Fragen waren vollinhaltlich im Wortlaut in das Hand-Out mit eingearbeitet, das im Bürgerhaussaal zur Information und Einsicht ausgelegt wurde.

 

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Zwei besorgte Anlieger des Dichterviertels meldeten sich bei der abschließenden Aussprache mit ihren ausführlichen Vorbehalten und Kritikpunkten gegen den Standort der Traglufthalle – und auch ihren Ängsten zu Wort. Geäußert wurden widersprüchliche Alternativ-Vorschläge von der Inanspruchnahme leerstehender Immobilien im Gewerbegebiet als geeignete Unterkunft für Asylbewerber bis zur Nutzung des Echinger Freizeitgeländes für eine Traglufthalle. Bürgermeister Josef Riemensberger fand klare Worte, dass eine reine „Standortdiskussion" mit dem Tenor „Flüchtlinge ja, aber am anderen Ende des Ortes" nicht zielführend sei. Er sicherte den skeptischen Rednern zu, dass sich hinsichtlich verkehrlicher Belastungen in den Wohngebieten des Dichterviertels nichts ändern werde, da die Halle ausschließlich über das Gewerbegebiet Eching-Ost und den Bahnweg angefahren werde und auch keine vermehrten Geräusch-Emissionen zu erwarten sind, da das Rauschen der angrenzenden Autobahn auch Heizgebläse und ähnliches überdecken werden. Als wichtig erachtet er, dass Eching zukünftig „nicht überproportional belegt" werde und hinsichtlich der noch ausstehenden Vertragsunterzeichnung mit dem Landratsamt über die temporäre Traglufthalle auch „keine Kosten" bei der Kommune verbleiben. Sein Appell – angesichts nicht kalkulierbarer und unvorhersehbarer Flüchtlingszuweisungen: Man müsse „das Mögliche vernünftig machen" so Riemensberger und bat darum,  „Vertrauen in das Augenmaß von Gemeinderat und –verwaltung" zu haben und die Asylbewerber nicht „von vornherein auszugrenzen."

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Für Sie berichtete Ulrike Wilms.

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