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Kostenexplosion bei dringender Sanierung von Blauer Brücke

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 05. März 2021

Bau-Ausschuss beschließt 600 000 Euro teure Instandhaltungsmaßnahme

Die Echinger erlebten bei den veranschlagten Gesamtkosten von rund 600 000 Euro für die Blaue Brücke ihr „Blauer Wunder": Nachdem im letzten Jahr der Zustand der Blauen Brücke von Expertenseite bereits als dringend sanierungsbedürftig eingestuft wurde, war man aufgrund der verhängten Haushaltssperre im Sommer 2020 übereingekommen, die erforderlichen Instandsetzungen des mittlerweile 32 Jahre alten markanten Bauwerks im Freizeitgelände am Echinger See auf dieses Frühjahr zu verschieben.

Nun gab es bei Angebotseinholung der vier ineinandergreifenden Brücken- und Straßenbau-Gewerke für Verwaltung und politische Gemeinde eine böse Überraschung: Bei den vom Ingenieursbüro Gollwitzer und Linse geschätzten Gesamtkosten schlagen statt 350.000 Euro wohl rund 250.000 Euro mehr zu Buche. Als wesentlicher Preistreiber erweisen sich aktuell die Zimmerer- und Spenglerarbeiten, bei denen 14 Firmen die Ausschreibungsunterlagen angefordert hatten. Wie Bauingenieur Ermis Tsoupras vom Echinger Bauamt im BPU-Ausschuss erläuterte, haben nur zwei Firmen, eine aus dem Emsland und eine aus Thüringen, ein Angebot abgegeben: Aus dem gesamten süddeutschen Raum gab es keine einzige Rückmeldung. Der günstigste Bieter mit rund 280 000 Euro – mehr als doppelt so viel wie kalkuliert - ist eine Firma aus dem niedersächsischen Fresenburg.
Gutachter Tobias Linse nannte mehrere Ursachen für diese eklatante Teuerung: zum einen reagiere das boomende Zimmerergewerk mit Preissteigerungen. Zum anderen müsse berücksichtigt werden, dass die beiden infrage kommenden Fachfirmen, die auf derartige Arbeiten spezialisiert seien, sehr weite Anfahrten zu kalkulieren hätten. Schlussendlich, und das sei durchaus ein ausschlaggebender Faktor, handele es sich bei Echings Blauer Brücke um ein ungewöhnliches, ja einzigartiges Projekt. Die Holzkonstruktion fach- und sachgerecht zu sanieren sei „wesentlich komplexer als ein einfacher Dachstuhl".
Jetzt war guter Rat tatsächlich teuer. Die CSU trat nachdrücklich dafür ein, die Ausschreibung zu annullieren und erneut auszuschreiben, was bei derart eklatanten Preissteigerungen durchaus üblich ist. Mehrheitlich aber überwogen die Zweifel, dass eine Wiederholung des Procederes tatsächlich zu günstigeren Resultaten führen könnte. Linse und Tsoupras warnten zudem vor den Schwierigkeiten, vier Gewerke in einem bestimmten Zeitfenster „unter einen Hut" bringen zu müssen. Witterungsbedingt bietet sich für die Instandsetzung von feuchten Holzteilen bevorzugt das Frühjahr an, wenn man nicht die Sommer- und Badesaison am Echinger See beeinträchtigen möchte. Linse empfahl dringend, die geplanten Instandsetzungen an der Blauen Brücke umgehend umzusetzen, denn es besteht vor allem aus baufachlicher Sicht „dringender Handlungsbedarf".
Eine klare Gemeinderatsmehrheit einschließlich Bürgermeister und die Verwaltung zeigten sich von den Ausführungen des Gutachters überzeugt. Mit 8:2 Stimmen entschied der BPU-Ausschuss notgedrungen, die erforderlichen Mehrkosten in den Etat einzustellen „eine bittere Pille", so Christoph Gürtner (FW). Bei Gegenstimmen von Georg Bartl und Bernhard Wallner (CSU) wurde die Reparatur wie angeraten mit erwarteten Mehrkosten von rund 250 000 Euro beauftragt.

 

Blaue-Brücke2

Ein markantes Echinger Bauwerk, die Blaue Brücke, ist in die Jahre gekommen und wegen eindringender Feuchtigkeit in die tragende Holzkonstruktion dringend sanierungsbedürftig. Die Reparaturmaßnahmen, die fast doppelt so teuer werden wie erwartet, sollen in diesem Frühjahr durchgeführt werden.

Für Sie berichtete Ulrike Wilms.

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