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Eching für Europa - Gemeinsam und parteiübergreifend

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 17. Mai 2019

Für ein friedliches, freiheitliches, sozial gerechtes, demokratisches und vor allen Dingen vereintes und solidarisches Europa haben sich sieben politische Gruppierungen unter Federführung der Echinger Volkshochschule in einer gemeinsamen Veranstaltung am 15. Mai stark gemacht.

Kollektiv und eindringlich wurde bei den Bürgern dafür geworben, am 26. Mai an der Direktwahl für das europäische Parlament teilzunehmen. Rund 300 Besucher, leider waren die jüngeren Jahrgänge deutlich in der Unterzahl, konnten vielfältige Impressionen und Informationen mitnehmen.
Den gelungenen Abend unter dem Titel „Eching in Europa" gestaltet haben Bündnis 90/Die Grünen, „Bürger für Eching", „Echinger Mitte", FDP, Freie Wähler, ÖDP und SPD. Einen derartigen Zusammenschluss auf der lokalpolitischen Bühne, bei dem es keinem um eigene Profilierung und Parteipolitik ging, sondern um ein Plädoyer für ein „buntes und starkes Europa" (Zitat vhs-Geschäftsführerin Doris Fähr), hat es in dieser Form noch nie gegeben. Als einzige Partei die Einladung zur Teilnahme ausgeschlagen hatte die CSU.

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Bei seiner Begrüßung sorgte Bürgermeister Sebastian Thaler mit Beispielen absonderlich erscheinender EU-Standards für Heiterkeit, wie der elektrischen Leitfähigkeit von Honig oder auch der berühmten (wieder abgeschafften) zulässigen Gurkenkrümmung, freilich nicht ohne die wirklich wichtigen Errungenschaften des Binnenmarkts, die Qualitätssicherung im Verbraucherschutz, etwa beim Trinkwasser, und die Vereinheitlichungen bei Währung, Notruf, etc zu betonen. Er rief die Echinger dazu auf, ein Votum für Europa und gegen nationalistische Tendenzen abzugeben.

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Karl Kühbandner, Referent für Literatur, Geschichte und Politik an Volkshochschulen, gab einen Überblick über Vorgeschichte, Entwicklung und Aufbau der EU und ihrer Institutionen. Europa gelte heute in der Welt als kultiviert, entwickelt, reich. Die Tugend der Solidarität allerdings sieht Kühbandner durch den Brexit, fehlende Rechtsstaatlichkeit und Korruption in Gefahr und warnt vor den Gefahren einer Zersplitterung. Vor allen Dingen wirtschaftlich seien die Einzelstaaten bedeutungslos gegenüber den USA und China.

Wichtig war ihm, Vorurteile gegenüber Europa, die sich hartnäckig in den Köpfen der Menschen halten, mit Fakten zu entkräften , wie dem Regulierungswahn, dem Vorwurf, „die in Brüssel tun nix" und die EU sei „ein bürokratisches Monster". So sind für und in den Europagremien etwa 40 000 Mitarbeiter beschäftigt, weniger als bei der Landeshauptstadt München.
In einer Vorstellungsrunde wurden die Schwerpunktthemen angerissen, die die politischen Gruppierungen aufbereitet und an Stellwänden präsentiert hatten. Die Grünen hatten sich beispielsweise dem Thema Landwirtschaft gewidmet und die Echinger Mitte der Demokratie. Als wichtigste Errungenschaft eines vereinten Europas, das 2012 den Friedensnobelpreis erhalten hatte, beleuchtete die BfE den Frieden und seine Sicherung. Viel Wissenswertes über den Euro und die Währungsunion hatten die Freien Wähler zusammengetragen. Die SPD stellte die noch zu bewältigenden sozialen Herausforderungen in den Mittelpunkt. „Nur ein soziales Europa, in dem die Schwächeren unterstützt werden, ist ein Europa mit Zukunft" so SPD-Vorstand Carsten Seiffert.

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Und Grünen-Vorstand Axel Reiss formulierte, stellvertretend für alle, kurz und knackig den Appell: „Geht wählen!"
Zusätzlich hatte die vhs vergleichende Parteienprofile zu aktuellen Themen wie etwa der Flüchtlingspolitik ausgedruckt und es gab einen europäischen Büchertisch.

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Auch die musikalischen Beiträge hörten sich europäisch an, sei es bei der Bläsergruppe der Musikschule mit der Eurovisionsmelodie

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oder dem vom Chor Silberklang angestimmten in fünf europäischen Sprachen gesungenen Volkslied und Kanon vom Bruder Jakob, dem in einem leicht veränderten Text „Europas Glocken klingen."
Dass – ausnahmslos- alle anwesenden „Europäer" respektive Echinger Defizite haben bezüglich ihrer Europa- und insbesondere Euro-Kenntnisse wurde bei einem kniffligen Preisrätsel zur Währungsunion deutlich: keiner der knapp 180 Teilnehmer konnte beiden Fragen richtig beantworten. Die meisten scheiterten daran, die Anzahl der einzelnen Währungsgebiete mit dem Euro als alleiniges Zahlungsmittel (nämlich 30) korrekt anzukreuzen.

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Als Glücksfee zog Bürgermeister Sebastian Thaler als Gewinnerin des Reisegutscheins im Wert von 400 Euro Marianne Graetz aus Dietersheim.
Persönliche Wortbeiträge aus dem Publikum, darunter auch von einem bekennenden Nichtwähler, zeigten die aktuellen Facetten eines vereinten Europas ebenso wie die Forderungen an eine Europapolitik der Zukunft auf.

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Europäische Geschichte in der eigenen Familie, bei der es Grenzen und Vorurteile zu überwinden galt, hat Genevieve Günther als gebürtige Französin persönlich durch ihre Heirat mit einem Deutschen erlebt. Sie schilderte, wie aus der durch Krieg und Hass geprägte Ablehnung Akzeptanz und Freundschaft gewachsen ist. Wilfried Liske, der sich selbst als begeisterten Europäer bezeichnete, führte als bildhaftes Beispiel für ein prosperierendes Europa einen Garten an, der jeden Tag Pflege braucht, aber erst nach 300 Jahren zu voller Blüte gelangt. „Jeder der nicht zur Wahl geht, fördert die verdammten Populisten" so Liske wörtlich.

Für Sie berichtete Ulrike Wilms.

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