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Carolina Saad und Lena Erazo begeistern in Mozart-Singspiel

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 08. März 2019

Musikschule bringt „Bastien und Bastienne" auf die Bühne

Etwas Neues gewagt hat Musikschulleiterin und Gesangslehrerin Katrin Masius mit der Erarbeitung des Singspiels „Bastien und Bastienne", einem sehr frühen Auftragswerk aus dem Jahr 1767 für den damals erst 12jährigen Wolfgang Amadeus Mozart.

Und so konnte die Echinger Musikschule am 1. März mit dessen Aufführung im gut besuchten Manfred-Bernt-Saal eine Premiere bei der gelungenen Inszenierung dieser rund einstündigen „Operetta" unter Gesamtleitung von Masius feiern, die von Zara Jerbashyan einfühlsam am Flügel begleitet wurde. Die beiden namengebenden und anspruchsvollen Hauptrollen und Soli wurden, stimmlich ebenso wie darstellerisch mit Bravour, von zwei jungen Nachwuchssängerinnen aus den eigenen Reihen übernommen. 

Bastien-und-Bastienne Masterfoto

Bastien (Carolina Saad, 19 Jahre in einer Hosenrolle) und Bastienne (Lena Erazo, 17 Jahre, als schöne Schäferin) konnten auf der ganzen Linie überzeugen. Sie verkörpern sehr authentisch das schlichte Liebespaar vom Lande, das nach einigen Irrungen, Wirrungen und Intrigen nach einer Stunde zum Happy End zusammenfindet. Für die dritte Hauptrolle des intriganten und durchtriebenen Dorfwahrsagers Colas konnte als Gast Raimund Joswig (Bass) gewonnen werden, dessen Ratschläge und Tricks sich als „fauler Zauber" erweisen. Umso zauberhafter und glaubhafter gestalten die jungen Sopranistinnen, in teils gesungenen, teils gesprochenen Monologen und Dialogen beziehungsweise Arien und Duetten ihre Liebesgeschichte, in die sich Colas mit seinen falschen Behauptungen und boshaften Einflüsterungen einmischt – und Unfrieden stiftet. Beide lassen sich von Colas beeinflussen – und sind todunglücklich dabei. Zur Erheiterung tragen zudem tragikomische Momente bei, etwa, wenn der verzweifelte Bastien mit Selbstmord durch „Messer, Dolch und Strick", droht oder gar „in den Bach laufen will, um sich zu ertränken". Bastienne wünscht ihm schnippisch „viel Glück zum kalten Bad" und Bastien fällt dann mit Schrecken ein, dass er gar nicht schwimmen kann, ... Aber wie es sich für ein melodiöses Singspiel gehört, siegt zum vorhersehbaren Schluss, sogar im Dreiklang mit Colas, die Liebe zwischen Bastien und Bastienne – und das Publikum ist begeistert.

Für Sie berichtete Ulrike Wilms.

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