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Die Weihnachtsgeschichte mit der Echinger Theaterwerkstatt

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 04. Dezember 2018

Weihnachten ist „Humbug" und „nur etwas für Weicheier", so behauptet jedenfalls der ebenso bösartige wie betuchte Kaufmanns Ebenezer Scrooge, die Hauptfigur in der außer der biblischen – wohl berühmtesten Weihnachtsgeschichte der Welt. Der zeitlose und damit stets aktuelle Erzählung mit sozialkritischem, ja moralischem Anspruch aus dem Jahr 1843 stammt aus der Feder des englischen Schriftstellers Charles Dickens – und wurde heuer von der Theaterwerkstatt Eching in vier Aufführungen familientauglich und lebendig auf die (bürger)hauseigenen Bühne gebracht.

 

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Gespielt wurde die moderne Bühnenfassung von Philipp Löhle aus dem Jahr 2017. Auch, ja gerade in zeitgemäßer Sprache fesselt das Theaterstück, das dabei nichts von seinem kauzigen Humor und dem literarischen Anspruch verloren hat. Vier Geister begegnen dem wohlhabenden Geizhals und Griesgram Ebenezer Scrooge, der ebenso an Heizkosten wie am menschlichen Mitgefühl spart, am Weihnachtsvorabend. Die Bühnenhandlung „beleuchtet" seine erstaunliche Wandlung in einen mitfühlenden, großzügigen und hilfsbereiten Menschen. Diese Rolle spielt, beziehungsweise lebt Oskar Weissthanner.
In diesem Jahr ist vieles neu beim ambitionierten Laien-Ensemble der (bürger-)hauseigenen Theaterwerkstatt. Regisseur ist erstmals Sven Hussok. Die Handschrift des externen Profis lässt sich, beispielsweise, an der minimalistischen Bühnenkulisse ablesen, die sich weitgehend auf drei multifunktional einsatzbare Klappleitern beschränkt. Dies fördert eine intensive Fokussierung auf die Bühnencharaktere in ihren historischen Kostümen, ein reizvoller Kontrast. Und wenn dann der lebhafte und verspielte Geist der vergangenen Weihnacht auf bunten Rollschuhen auftritt, ist dies nicht nur ein witziger Gag, sondern ein Symbol für die Leichtigkeit der lange zurückliegenden Kindheit und Jugend.
Den Kontakt zum 34-jährigen Hussok, als ausgebildeter Schauspieler und freier Regisseur ist er vom Fach, hat Bürgerhausleiterin Ulla Grabow vermittelt. Die Stammspieler - auf den „Brettern" stehen heuer Claudia Borst, Ulrich Hafen, Angelika Harlander-Kohfeldt, Sigi Hollik, Renate Jordan, Diana Leitner und Oskar Weissthanner - haben ein halbes Dutzend viel versprechender und meist gleich viel sprechender Nachwuchsdarsteller gewinnen können. Mit Mia Kohfeldt, Lea Marolt, Jacqueline Pliske, Sarah Sagermann, Thomas Alf und Riad El Sabbagh ist eine Menge frischer Wind in die Truppe gekommen. Bis auf die Hauptperson sind alle in Doppel- bis Dreifachrollen zu sehen.
Auch das Publikum darf eine Rolle übernehmen, nämlich beim weihnachtlichen Personen- und Tätigkeiten-Erraten. Zum Schluss wird dank eines geläuterten Ebenezer Scrooge fröhlich gefeiert. Dabei wird allen auf und vor der Bühne „weihnachtlich warm" um Herz und Gemüt. Und für das tüchtig klatschende Publikum gibt es sogar eine kleine Bescherung, denn es ist ja Weihnachten!

Für Sie berichtete Ulrike Wilms.

 

 

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