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Virtuose Vielfalt bei den Gitarrentagen in Eching

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 19. Juli 2016

„Spirit der Gitarre" ins Bürgerhaus geholt
An den beiden aufeinanderfolgenden Abenden des 15. und 16. Juli stand das Bürgerhaus ganz im musikalischen Zeichen der mittlerweile fünften Gitarrentage. Wieder einmal war es gelungen, in Zusammenarbeit mit der Musikschule Virtuosen mit weltweitem Ruf nach Eching zu holen. So kamen Musikfreunde, es hätten ruhig ein paar mehr sein können, bei insgesamt vier hochkärätigen Konzerten in den Genuss, hineinzuhorchen in die große Bandbreite internationaler Gitarrenklänge.

Wieder mittendrin als Moderator und Mit-Initiator: Gitarrist und Echinger Musikschullehrer Gerett Lebuhn, der für alle Künstlerkollegen als spürbares und verbindendes Element den besonderen „Spirit der Gitarre" ausgemacht hatte, der von allen geteilt wird, wenn auch in allen nur denkbaren Facetten.
Die Eröffnung der Veranstaltung oblag dem 59 jährigen Deutsch-Ägypter Ahmed El Salamouny mit einer Huldigung an Brasilien – an ein großes Land, das sich bei ihm musikalisch nicht nur am Karneval in Rio festmachen lässt. Seine Kombinationen aus Jazz und brasilianischer Rhythmik, durchsetzt mit Eigenkompositionen, verrät einen intensiven Blick in die südamerikanische Volksseele. Ein ganz anderes musikalisches Genre trug der aus New York stammende Adam Rafferty mit seiner „Funky Fingerstyle Guitar" vor. Der 47 jährige gilt als einer der weltbesten Funky-Style Gitarristen. Sein Programm war teils geprägt durch seine virtuose Bearbeitung bekannter Popsongs, wie stellvertretend „Superstition" von Stevie Wonder. Dieser Song, den er 2008 auf YouTube eingestellt hatte, wurde mittlerweile 1,8 Mio. angeklickt und kann als wesentlicher (Fort-)Schritt in seiner Karriere bezeichnet werden.
Das Programm des zweiten Abends eröffnete das Jazz-Trio Stefan Grasse (Gitarre) mit Alexander Fuchs am Kontrabass und dem Koreaner Hyun-Bin Park (Gitarre), das sich als Motto „Guitar Legends" ausgewählt hatte. Dementsprechend stand eine Hommage an die Musiker Django Reinhardt, Chick Cora, Baden Powell sowie Paco de Lucia im Mittelpunkt des gebotenen Repertoires. Grasse, nicht zum ersten Mal in Eching zu Gast, bestach mit seinen beiden „Mitspielern" durch ein traumwandlerisches, harmonisches Zusammenspiel bei furiosen Rhythmen ebenso wie den sanften Klängen, die mit Konzentration und Hingabe vorgetragen wurden.
Das letzte Konzert der Echinger Gitarrentage war ein „Heimspiel" für Lebuhn, der sich als congenialen Partner mit dem bekannten Percussionisten Alexander Glöggler zusammengetan hatte. Beide entführten die Zuschauer in „fremde Sphären". Das spiegelt auch der Programm-Name „Guitar Treasures" – Gitarrenschätze, wider. Glöggler hatte eine Reihe von Rhythmusinstrumenten dabei, die viele im Publikum noch nie gesehen oder besser gehört hatten. Diese untermalten und akzentuierten auf hörenswerte und beeindruckende Art und Weise Lebuhns Gitarrenklänge. Das Duo bezog musikalische Inhalte aus Südamerika, allerdings in einem eigenen Stil interpretiert. Lebuhn, bekannt für seine Experimentierfreude, stellte zudem das fulminante Stück „Ocean" des Australiers John Butler vor – und fand in dieser Komposition den von ihm heraufbeschworenen „Spirit" exemplarisch verkörpert.
Die Zuhörerschaft zeigte sich beeindruckt von der anspruchsvollen Vielfalt eines außergewöhnlichen Musikerlebens – der eine oder andere vermochte in seiner Begeisterung vielleicht auch den „Geist der Gitarren" verspürt haben.

Für Sie berichtete Ulrike Wilms. 

 

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