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Dirigent und „Dompteur“ Fabian Schmidt lässt sein Orchester tanzen

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 03. Februar 2015

(Text/Fotos: wi) - Da war der Titel Programm: Unter dem bezeichnenden Thema „Danza" brachte das 55köpfige Ensemble des Symphonischen Blasorchester am 24. Januar bei seinem Konzert in der Imma-Mack-Realschule eindrucksvoll tänzerische Kompositionen zu Gehör, in die vielerlei folkloristische und klassische Elemente aus aller Welt und verschiedener Zeitepochen eingeflossen sind. Dabei überzeugte Orchesterleiter Fabian Schmidt nicht nur bei seiner einfühlsamen Dirigat, sondern führte zugleich auch als Conferencier gekonnt und mit Humor durch das Programm. So bekannte er gleich bei der Begrüßung: „Ich kann nicht tanzen, deshalb bin ich Musiker und Dirigent geworden."
Stattdessen ließ er die Musiker nach seinem Taktstock tanzen, die sich mit viel Spielfreude dem Tanzprogramm widmeten. Wie alte, überlieferte Tänze aus dem höfischen Zeitalter der Renaissance klingen, wenn sie eine zeitgenössische Verjüngungskur verpasst bekommen haben, konnten die Besucher bei der sechs-sätzigen Suite „Courtly Air and Dances" in der guten Akustik der Echinger Realschule genießen. Von eigenem Reiz ist der ‚English Waltz' des Australiers Percy Aldridge Graininger, der sich voller Schwung und Dynamik die klanglichen Möglichkeiten eines modernen Blasorchesters spielerisch zu Eigen macht – und passagenweise gar nicht so typisch nach Walzer klingt, wie Schmidt bestätigt.
In die Sphärenklänge mythischer Welten von Elfen und Geistern bevölkert, entführt das von Shakespeare inspirierte Werk „Illyrian Dances" des englischen Komponist Guy Woolfenden. Daran schloss sich bei den „Folk Dances" des russischen Komponisten Dmitri Shostakovich ein intensiver und feuriger Blick in die slawische Volksseele an. Ebenso unterhaltsam wie niveauvoll ging es in der zweiten Konzerthälfte weiter. Einen besonderen Höhepunkt servierte das Orchester mit der bekannten „Fifth Suite" des Amerikaners Alfred Reed aus dem Jahr 1995. Darin sind Tänze aus den verschiedensten Ländern der Welt als Zeichen grenzüberschreitender Harmonie enthalten. Reeds musikalische Weltreise beginnt in Amerika mit „Hoe Down", einem volkstümlichen Rundtanz. Die anmutig-getragene Sarabande des zweiten Satzes führt in die alte Welt, ins historische Frankreich und Spanien. Geheimnisvoll, beschwörend und voll geballter Energie erklingt der dritte Satz „Yamabushi Kagura" der an die überlieferten japanischen Ritualtänze der Samurai angelehnt ist. Auch beim letzten Satz "Hora", mit furios-flinken rumänischen und jiddischen Melodien fehlte nicht das ansteckend tänzerische Element, den das Orchester wie einen roten Faden durch den kurzweiligen Abend gezogen hat. Nach anhaltenden Ovationen gab es „noch einen," wie Schmidt und das Orchester sich überzeugen ließen. Mit südamerikanischer Musik, die atmosphärisch bestens passt in die fünfte Jahreszeit, verabschiedete sich das großartige Orchester. Das letzte Wort hatte wiederum Schmidt: „Ich bin hier der Dompteur und wünsche einen schönen Abend."

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