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Kurzweiliges Schülertheater mit Anspruch und Humor

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 03. Mai 2018

Schauspielgruppe der Imma-Mack-Realschule

lädt erstmals zu abendfüllender Aufführung

Mit drei kleinen, engagiert gespielten Stücken bereitete die zehnköpfige Theatergruppe der Imma-Mack-Realschule unter Leitung von Konrektorin Elisabeth Dünzl den Zuschauern am 24. April einen unterhaltsamen Abend.

 

Theaterabend-Realschule Publikum

Dies sei für die Schulfamilie eine Premiere, betonte Rektorin Gertraud Weber bei der Begrüßung, denn erstmals habe ein abendfüllendes Theaterprogramm aufgelegt werden können.

Wie sich etwas pädagogisch Wertvolles mit Humor transportieren lässt, zeigte das fünfköpfige Ensemble beim gereimten Bühnenstück „Der arme Herr Braun" von James Krüss. Darin wird ohne jeden Bezug zur Wahrheit dafür aber mit viel Dynamik ein wildes Gerücht in die Welt gesetzt. „Ach, käm doch irgendjemand an, dem ich davon erzählen kann!" heißt es dazu entlarvend. Durch eine sensationslüsterne Verbreitung „entsteht" bei Ratsch und Tratsch aus einem harmlosen Stolperer des Herrn Braun in der Straßenbahn ein scheußlicher Unfall, der niemals stattgefunden hat.
Das nächste Stück unter dem Titel „My way" des zeitgenössischen Autors Thomas Brückner ist eine szenische Momentaufnahme über vier orientierungslose Teens. Ihnen gemeinsam ist, dass sie sich gefühlsmäßig im Nirgendwo befinden und auch nicht wissen, wie und wohin es weitergehen soll in ihrem Leben. Seltsame Gestalten, die sich als personifizierter Ehrgeiz, Egoismus, Risiko, Toleranz und Vernunft entpuppen, haben viele schlaue Sprüche zu bieten und zeigen widersprüchliche Auswege aus der rätselhaften Situation. Zum Schluss führt die Erfahrung auf den richtigen Weg zur eigenen Identität.
Der schwierigste Part kommt zweifelsohne Dijana Kosic (9. Klasse) und Bendedikt Schrögendorfer (10. Klasse) zu, beide bereits mit längerer Schauspielerfahrung, die zum krönenden Abschluss in einem absurden und nur sehr selten gespielten Zweipersonenstück von Heidi von Plato unter dem Titel „Hampel und Trampel" überzeugen können. Die Protagonisten sind dabei, ihre Koffer zu packen für eine Reise, wobei sie weder wissen, wohin diese führt, noch was sie mitnehmen wollen. Die skurrilen Dialoge drehen sich darum, ob der große Fernseher in den Koffer passt und im Urwald wirklich ein Wäscheständer gebraucht wird? Muss die Mausefalle unbedingt mit, lieber der große oder der kleine Hammer? Viele Fragen, die allerlei Ein-und Auspacken auslösen für das „große Abenteuer Leben". Die wichtigste lautet: Muss man dabei die Eltern „im Gepäck" haben? Zum Schluss reisen Hampel und Strampel mit ganz, ganz leichtem Gepäck, lassen fast alles zurück – bis auf das Buch von „Alice im Wunderland, ..."

Theaterabend-Realschule Gruppenbild-Ensemble
Das bestens unterhaltende Publikum sparte nicht mit kräftigem Applaus für die jungen Schauspieler. Zu recht gelobt wurde auch „Theaterchefin" Dünzl für ihre bei aller Kurzweil anspruchsvolle Stückauswahl.

Für Sie berichtete Ulrike Wilms.

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