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Sankt Martin - ein Vorbild für alle

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 18. November 2017

Stimmungsvolle Umzüge und Martinsfeiern in Echings Kindergärten

Es ist in mehrfacher Hinsicht ein besonderer, ein heller Termin im herbstlichen Kalender, wenn die Kindergärten in der Gemeinde, in Dietersheim, Eching und Günzenhausen, ihr Martinsfest feiern und dabei oft sogar von einem berittenen Sankt Martin begleitet werden. Bereits in den Wochen vor dem Namenstag des Heiligen Martin am 11. November werden die Martins-Lieder fleißig geübt und in den KiTa-Gruppen die schönen Motiv-Laternen selbst gebastelt: Es ist nämlich erwiesen, dass selbst gemachte Laternen besonders toll leuchten. Zur Not tun sie das auch in der Kirche oder im Kindergarten, wenn Wind und Wetter nicht so recht mitspielen.

Ein Dank soll allen gelten, die die Martinsfeste ermöglichen und immer wieder so liebevoll zu gestalten helfen: den Eltern, dem pädagogischen Personal, den Feuerwehren, den Pferden und ihren Reitern und natürlich den vielen Kindern mit ihren leuchtenden Laternen und leuchtenden Augen.

Den Auftakt der Kindertagesstätten im Echinger Gemeindegebiet machte heuer der evangelische Kindergarten Regenbogen. Mit einem berittenen Sank Martin an der Spitze, verkörpert von Sabine Türnau und in Begleitung von Bruder Stefan, der die Rolle des Bettlers übernommen hat, formierten sich am Mittwochabend, 8. November, die Kinder mit ihren selbst gebastelten Laternen und in Begleitung der Familien an der Blauen Brücke.

Regenbogen6 Masterfoto b

Die vielen kleinen und großen Leute wurden mit unzähligen in Gläsern aufgestellten Kerzen durch das dunkle Freizeitgelände zum Feuerplatz am Tennisheim geleitet.

Regenbogen1 Masterfoto a

Dort fand das schöne Miteinander mit Laternen-Liedern, der Martinsgeschichte, und nicht zu vergessen, den selbstgebackenen Martinsgänsen, die die Kinder geteilt haben, bei Punsch und Gebäck einen stimmungsvollen Abschluss.

Gerne hätte der Heilige Martin am Freitag, 10. November, an dem in gleich fünf Echinger Kitas das Martinsfest gefeiert wurde, wieder die Unterstützung von Freund Petrus gehabt, aber wegen Wind und Regenwetter wurde im Haus des Kindes Sonnenschein, im Haus für Kinder Sankt Andreas und in der Dietersheimer Kindertagesstätte Löwenzahn das Martinsfest mit einem festen Dach über dem Kopf gefeiert, während die Kinder des Echinger Gemeindekindergartens Sternschnuppe und des Günzenhauser Kindergartens Sonnenblume dem Schmuddelwetter trotzten.

Der Blick in den grauen und verregneten Himmel veranlasste das Team des Hauses für Kinder Sankt Andreas erneut, die nahegelegene neue Kirche als passendes „Ausweichquartier" vorzuziehen.

Sankt-Andreas8 Masterfoto b

Mit dabei auch Sankt Martin zu Fuß und zusätzlich ein weiterer Martin zur Unterstützung, nämlich Pfarrer Martin Guggenbiller bei seinem ersten Echinger Martinsfest.

Sankt-Andreas7 Masterfoto a

Im Kirchenrund mit seiner guten Akustik entfalteten sich die Lied-Gesänge von kleinen und großen Leuten besonders schön und die Andacht mit dem gemeinsam gebeteten Vater unser („Da ist niemals vom ‚ich' die Rede, immer nur von ‚wir' und ‚uns'") trugen ebenfalls zu einem sehr stimmungsvollen Fest bei, das im Anschluss noch bei Punsch und Leberkäs-Semmeln im Pfarrinnenhof seinen Ausklang fand.

„Und mei Liachterl im Laternderl... brennd zua Nod a schee im Stüberl!" Wegen Regen hat die Kindertagesstätte "Löwenzahn" in Dietersheim in den Räumen des Kindergartens gefeiert, was der fröhlich-feierlichen Stimmung keinen Abbruch tat.

Löwenzahn Dietersheim1 Masterfoto

Nach der Aufführung der St.-Martins-Legende leuchteten im abgedunkelten Raum die Laternen. Gemeinsam mit Eltern und Erziehern wurde gesungen und es gab Punsch, Würstl und Variationen von Martinsgänsen.

Löwenzahn Dietersheim2Löwenzahn Dietersheim3
Und als der vom Madl-Verein-Wilde Herzn gesandte St. Martin in den Hof geritten kam, strömten sie dann doch noch schnell nach draußen, um ihn und sein zutrauliches Pony zu bewundern.

Angeführt von St. Martin auf seinem Pferd zogen die Kinder der Tagesstätte "Sternschnuppe" durch die Straßen. Leuchtend erstrahlten dazu die selbstgebastelten Laternen mit den Motiven Kartoffelkönig, Schaf, Igel und Apfelmäuschen.

Sternschnuppe8 Masterfoto b

Musikalische Begleitung beim Singen der zuvor fleißig geübten Martinslieder bekamen die Kinder von sechs Musikern. Um die Sicherheit kümmerte sich die Feuerwehr, die die Straßen - zur Begeisterung der Kinder - in Uniform mit Einsatzfahrzeugen und Blaulicht sicherte.

Der Heilige Martin schenkte den Kindern nach dem Martinsspiel im Garten dann Semmeln, welche sie nun selbst mit ihren Familien, Freunden sowie ehemaligen Kindergartenkindern teilen konnten.

Sternschnuppe3 Masterfoto a

Dazu gab es Punsch und von den Eltern gebackene "Martinsgänse", die ebenso für einen guten Zweck gespendet werden wie die selbstgemachte Quittenmarmelade aus eigenem Kindergarten-Anbau.

Beliebt, bewährt und immer wieder schön: Das Martinsfest des Günzenhauser Kindergartens „Sonnenblume", an dem die ganze Ortschaft ihre „helle" Freude hat. Sammelpunkt und Besinnung zur Einstimmung stellte der Gottesdienst in Sankt Laurentius dar.

Sonnenblume-Guenzenhausen2

Von Tuba und Saxophon und einem berittenen Martin begleitet, ging es dann mitsamt der selbstgebastelten Laternen in den erleuchteten Garten, wo dank des Elternbeirates alles bestens vorbereitet war, einschließlich der leiblichen Genüsse mit Glühwein, Punsch und Leberkäs-Semmeln.

Sonnenblume-Guenzenhausen1Sonnenblume-Guenzenhausen4

Sonnenblume-Guenzenhausen3

Erstmals beteiligt sich die Einrichtung an der Lichteraktion von "world vision" und spendet dorthin die Hälfte des Erlöses.

Als letzte Einrichtung in der Gemeinde feierte der Integrativkindergarten Bunte Arche am 13. November sein Martinsfest, beim Laternenumzug musikalisch begleitet von Bläsern des Musikvereins Sankt Andreas.

Bunte-Arche1Bunte-Arche2

Bunte-Arche3Bunte-Arche4

Ein besonderes Highlight, war das Martinsspiel, dargeboten mit echtem Pferd und Reiter. Den Abschluss bildete ein Lagerfeuer im Garten mit Verköstigung aller durch den Elternbeirat. Dazu zählen als Höhepunkt auch die selbstgebackenen Martinsgänse, die jedes Kind mit seiner Familie teilen durfte.


Christliche Feiertage und Legenden haben es in der Konsum- und Spaßgesellschaft schwer, ihren ursprünglichen Charakter zu bewahren. Osterfest und Osterhase, Nikolaus und Weihnachtsmann, Christkind und Christi Geburt, Halloween-Gespenster und Sankt Martin, sie alle stehen im Jahreskreis miteinander in Konkurrenz. Umso schöner ist es, wenn in den Kindergärten der Gemeinde mit dem Grundgedanken der Martinsgeschichte Zeichen gesetzt werden, die auch Kinder verstehen und ganz einfach auch „begreifen" können.

Die Martinsgeschichte mit dem persönlichen Eintreten für Arme und Ausgegrenzte ist über die Jahrhunderte pädagogisch wertvoll geblieben und darf heute durchaus als bewusster Beitrag gegen die globalisierte Gleichgültigkeit (Zitat Papst Franziskus) interpretiert werden. Und eines steht auch fest: Das Prinzip der christlichen Nächstenliebe und Barmherzigkeit, das „Miteinanderteilen", wird von jedermann und überall auf der Welt verstanden - unabhängig vom religiösen Bekenntnis. Und deshalb teilt in der vorgelesenen und vorgespielten Martinslegende aus dem vierten Jahrhundert nicht nur der berittene Soldat Martin von Tours seinen wärmenden Mantel mit einem frierenden Bettler. Auch große und kleine Leute teilen heute noch miteinander,symbolisch und real zum Anfassen. Oft sind es die selbstgebackenen Martinsgänse oder auch eine Semmel.


Für Sie berichtete Ulrike Wilms.

 

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