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Nach dem Hallenbrand: Die Tennisabteilung des SCE lässt sich nicht unterkriegen

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 07. Juni 2018

Große Unterstützung durch Gemeinde und Bürger

Was hat sich in Eching mittlerweile nach dem Großbrand der Tennishallen am Muttertag bei der Tennisabteilung des SC Eching, was bei den geschädigten Mietern getan? Eine Binsenweisheit greift auch hier: Es muss weitergehen, und dank der unbürokratischen Unterstützung seitens der Gemeinde, der großen Hilfsbereitschaft einzelner Bürger und benachbarter Vereine und des starken Zusammenhalts in der Abteilung ist es – nicht nur sportlich – weitergegangen: Das „brennendste" Probleme der Wohnungssuche konnte sogar bereits innerhalb einer Woche gelöst werden.

Und so gibt es nicht nur eine, sondern gleich drei gute Nachrichten über die durch die Brandkatastrophe obdachlos gewordenen Mieter der angrenzenden Wohnungen zu berichten. Sowohl die beiden alleinstehenden Frauen als auch die vierköpfige Familie mit ihren beiden jugendlichen Buben haben nach ihrer temporären Unterbringung in örtlichen Hotels bereits eine geeignete, dauerhafte und Bleibe im Gemeindegebiet bezogen, hierzulande und heutzutage angesichts des leergefegten Immobilienmarktes definitiv keine Selbstverständlichkeit. Die Familie und eine der Damen wohnen weiterhin in Eching. Eine junge Mieterin zieht nach Günzenhausen. Maßgeblichen Anteil an der zügigen und umfassenden Unterstützung einschließlich Erstunterbringung, Notausstattung mit Garderobe und Wohnungssuche hat Bürgermeistersekretärin Miriam Gastl.

Den Hut ziehen muss man daneben vor dem Vorstand der Tennisabteilung unter Leitung von Klaus Weweck und seiner Projekt Gruppe Tennis. Mit vereinten Kräften wurde ermöglicht, dass der Trainingsbetrieb der Tennisschule ohne Unterbrechung fortgeführt werden konnte. „Das einzige Hindernis waren die verbrannten Tennisschuhe des sportlichen Leiters und Turnierdirektors Thomas Schauer" merkte Weweck mit Galgenhumor an. Und mit einer erstaunlichen „Wir lassen uns nicht-unterkriegen-Mentalität" wurden sogar –planmäßig- eine knappe Woche nach der Katastrophe, deren Ursache nach wie vor unklar ist, die oberbayerischen Jugendmeisterschaften auf den beispielbaren Freiluftplätzen ausgetragen. Benachbarte Tennisvereine, Dietersheim, Mintraching, Lohhof, haben sofort und von sich aus ihre Hilfe angeboten, ebenso wie der TSV Eching, der bis auf weiteres seine Duschen und Sanitäreinrichtungen in seinem Stadion zur Verfügung stellt. Eine weitere Option besteht bei Turnierbetrieb in der Nutzung der Umkleiden und Duschen in der knapp einen Kilometer entfernten Dreifachturnhalle der Gemeinde an der Dietersheimer Straße.
Und so ging es nonstop weiter: Am Pfingstwochenende fanden die Bayerischen Meisterschaften der Senioren in Eching statt. Es gilt, soweit wie irgend möglich, die Parole:

Nachbericht Tennishalle Thomas-Schauer

Sport – sprich „Business as usual", denn Tennisschule plus Turnierbetrieb sind nicht nur für den Fortbestand der Tennisabteilung von großer Bedeutung, sondern vor allem für die berufliche Existenz von Thomas Schauer.


Neun der insgesamt 15 Freiplätze waren nach Beseitigung der Flugasche sofort wieder bespielbar. Bei den sechs an die Halle angrenzenden Plätzen wurde bei den Reinigungsarbeiten festgestellt, dass die rote Erde aufgrund der großen Hitze zusammengeschmolzen und verkrustet ist. Sobald dieser Versicherungsschaden als Brandfolge aufgenommen ist, geht es an den Abtrag der Deckschicht.

„Ich wohne jetzt gewissermaßen hier" sagte Abteilungsleiter Weweck in der Vereinsgaststätte Tennisheim. Mit anderen Vereinsmitgliedern traf er sich in den ersten Wochen nach dem Brand annähernd täglich. Die aktiven SCE-ler bringen Hunderte ehrenamtlicher Stunden ein, um im übertragenen Sinn, den Tennisball im Spiel zu behalten – und trotz des massiven Verlustes den Fortbestand der Abteilung sicherzustellen. „Die Personen, die in der Vergangenheit immer zur Stelle waren, wenn es was zu tun gab, sind auch diesmal ohne Aufforderung zur Stelle gewesen" sagt Weweck voll Dankbarkeit „und auch einige Leute von denen ich es nicht erwartet habe, haben ihre Hilfe angeboten." Froh ist man über die Unterstützung vom Bürgermeister bis zur Bauabteilung, die „mit Elan" engagiert seien. Respekt und Hochachtung nötigt die tapfere Haltung der betroffenen Mieter ab. „Sie, die als einzige das Recht hatten, sich zu beschweren, waren sehr kooperativ und freundlich" berichtete Weweck. Demgegenüber lässt das Sozialverhalten einiger anderer Zeitgenossen Anstand und Verständnis vollständig vermissen, sei es das sensationslüsterne Fotografieren der Betroffenen beim Ausräumen einiger Habseligkeiten aus der Brandruine, das Betreten des abgesperrten, niedergebrannten Geländes oder auch notorische Nörgeleien über die eine oder andere den schwierigen Umständen geschuldete Unbequemlichkeit, ...
Die Brandversicherung hat die Sportanlage als Totalschaden eingestuft. Dies lässt die begründete Hoffnung zu, dass die Gemeinde Eching als Eigentümerin mit Hilfe der zu erwartenden Versicherungssumme eine neue Sportstätte in vergleichbarer Größenordnung finanzieren kann.

Nachbericht Tennishalle Innenansicht

Und nachdem die Ursprungspläne der 1982 erbauten und 2014 für rund 450 000 Euro renovierten Halle im Rathaus vorliegen, wäre theoretisch sogar eine bauliche Dublette möglich.

Nachbericht Brandruine
Als nächstes steht nun die Beseitigung der Brandruine an. An gleicher Stelle kann dann wieder eine Tennishalle entstehen.

Nachbericht Brand Wohngebaeude

Vom gerade erstellten Statik-Gutachten hängt es ab, ob der an die Halle angrenzende Gebäudetrakt mit Mietwohnungen und Lager sanierungsfähig ist. Die Vorzeichen deuten allerdings eher auf seinen Abriss hin. Ob an gleicher Stelle wieder ein Wohngebäude vorgesehen wird, muss noch abgewogen werden. Eine weitere Entscheidung gilt es bezüglich einer ersatzweise eingesetzten Traglufthalle zu treffen. Derartige Überlegungen hatte Bürgermeister Sebastian Thaler, selbst aktiver Tennissportler beim SCE, zur Überbrückung des Winters ins Spiel gebracht, um eine (dauerhafte) Abwanderung der insgesamt 180 Hallennutzer zu verhindern.

Es bleibt noch sehr viel zu tun, aber Weweck zeigt sich trotz aller Widrigkeiten optimistisch: „Alles in Allem hat mich die vergangene Woche positiv für die Zukunft gestimmt."

Die Tennisabteilung des SC Eching stellt für eine Spenden-Aktion zugunsten der Brandgeschädigten ihr Konto zur Verfügung:

DE 71 70169614 0005722560, Stichwort: Brand

Für Sie berichtete Ulrike Wilms.

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