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Grünes Licht in Eching für „Helfer-vor-Ort“ Projekt der BRK-Bereitschaft

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 20. Januar 2021

Hauptausschuss  gibt grünes Licht für Projektförderung

Je schneller in einem akuten, lebensbedrohlichen Zustand Erste-Hilfe vor Ort ist, desto größer sind die Überlebenschancen: Oft entscheiden bereits wenige Minuten, ob ein Patient oder Unfallopfer gerettet werden kann oder nicht.
Dieses entscheidende therapiefreie Zeitfenster bis zum Eintreffen des alarmierten Rettungsdienstes mit lebenserhaltenden Maßnahmen zu verkürzen, haben sich flankierende ehrenamtliche Dienste auf ihre Fahnen geschrieben, sei es der „First-Responder", wie er von der Freiwilligen Feuerwehr Dietersheim ab kommendem Jahr geleistet werden soll, oder auch ein Helfer-für-Ort-Dienst (HvO) für Eching und Umgebung, wie ihn jetzt die BRK-Bereitschaft Eching in Form eines Pilot-Projekts konzipiert hat. „Wir beschäftigen uns schon länger mit Überlegungen, wie wir zur Verbesserung der medizinischen Notfallversorgung beitragen können" erläutert Zugführer und BRK-Ortsgruppenleiter Marcel Huber, der zusammen mit Bereitschaftsführer Mathias Beth das erarbeitete Konzept im Haupt-und Finanzausschuss vorstellte. Zur Umsetzung ihres HvO-Projekts hat die örtliche BRK-Bereitschaft den Antrag an die Gemeinde gestellt, als notwendige Starthilfe einen Zuschuss von maximal 15 000 Euro für die Beschaffung eines Fahrzeuges für die Pilotphase sowie jährliche Unterhaltskosten von 2000 Euro zu bewilligen. Dies sei „eine schöne und sinnvolle Einrichtung" würdigte Bürgermeister Sebastian Thaler, stellvertretend für den Ausschuss, die Initiative des BRK Eching, für die es einstimmig und erwartungsgemäß grünes Licht gab. Bereits im Frühjahr wurde der –vergleichbare- Antrag der FFW Dietersheim auf den „First Responder" positiv beschieden, verbunden mit dem Signal, eine identische Förderung auch für das übrige Gemeindegebiet einschließlich der nördlichen Gemeindeteilen zu befürworten.
Explizit wiesen die beiden ehrenamtlichen BRKler darauf hin, dass die Abdeckung durch den öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst im gesamten Gemeindegebiet sehr gut sei. Allerdings gelte es zu berücksichtigen, dass der in Eching stationierte Einsatzwagen nicht selten unterwegs sei, wenn ein zweiter Notruf eingeht. Dies zeigt die folgende Statistik zweifelsfrei auf: der Echinger Rettungswagen absolvierte im Jahr 2019 insgesamt 3106 Einsätze mit einer durchschnittlichen Dauer von 1:17 Stunden. Dies bedeutet, dass das Fahrzeug 45,5 Prozent des Jahres im Einsatz war und demzufolge währenddessen für weitere Notfallgeschehen nicht verfügbar. Dann wird die Beschickung, je nach Auslastung, aus Garching-Hochbrück, Oberschleißheim und Ismaning vorgenommen. Oder es muss sogar eine Anfahrt vom Flughafen, Freising oder Dachau erfolgen. Dies bedeutet automatisch eine kritische Zeitverzögerung – und genau da setzen HvO und First Responder-Dienste an: Sollte es bei einem Notfall erforderlich sein, einen Rettungsdienst mit längerer Anfahrt zu alarmieren, werden parallel auch die sanitäts- und rettungsdienstlich geschulten ehrenamtlichen „Helfer vor Ort" gerufen, die dann in aller Regel schnell aktiv werden können, „bis die Profis anrücken", wie Huber ausführte. Im Idealfall bräuchte jeder der beiden „Helfer vor Ort" in Rufbereitschaft ein Einsatzfahrzeug. Deshalb soll nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase ein zweiter PKW angeschafft werden, damit das praktizierte Zwei-Helfer-System bestmöglich funktioniert und beide Helfer unabhängig voneinander auf direktem Weg zum Einsatzort fahren können. Als HvO-Fahrzeug geeignet sei ein entsprechend ausgestatteter und optisch als Rot-Kreuz-Fahrzeug gekennzeichneter Kleinwagen oder auch ein gebraucht erworbenes Einsatzfahrzeug, so Huber, die als Minimalzusatzausrüstung mindestens über eine Sondersignalanlage und eine Funkausstattung verfügen müssten.
Über rund 20 Interessenten für den HvO könne die Bereitschaft momentan verfügen, gab Marcel Huber auf Nachfrage Auskunft. Er rechne damit, dass die Teilhabe am Dienst durch interne Mitgliederwerbung noch an Eigendynamik gewinne und dann dauerhaft ein verlässlicher Dienstplan sichergestellt werden könne. Auch sei die Bereitschaft bestrebt, Spendenmittel einzuwerben, um die kommunalen Zuschüsse dauerhaft im Rahmen zu halten. Auf jeden Fall einbringen kann man von Seiten der Echinger Rotkreuzler die für den Dienst benötigte Ausrüstung einschließlich Dienstkleidung sowie die Aus- und Fortbildung der Helfer. Und natürlich sei auch eine enge Kooperation mit der FFW Dietersheim und den First-Responder –Helfern angestrebt, für die man gleichfalls gerne die Ausbildung zum Selbstkostenpreis anbieten könne.

Hauptausschuss BRK-Helfer-vor-Ort
BRK-Rettungsstation in der Waagstraße, die durch die ehrenamtlichen Helfer vor Ort unterstützt werden soll.

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