lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo neufahrner-echo haarer-echo herrschinger-spiegel mooskurier

Nach 50 Jahren: Sankt Andreas stellt Altpapiersammlung ein

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 01. September 2020

Nach fünf Jahrzehnten stellt die katholische Pfarrei Sankt Andreas ihre wiederkehrende Altpapiersammlung ein, die heuer im Juli letztmalig von einem guten Dutzend Helfern gestemmt wurde.

 

Aus der Taufe gehoben hat die ursprüngliche Straßensammlung Josef Martin, der Ende der 60er Jahre die Idee hatte, einen praktischen Service für die Bürger mit einer ertragreichen Spenden-Aktion zu verbinden.

Altpapiersammlung Josef-Martin

Seither hat der mittlerweile 90jährig Senior „seine" Altpapiersammlung organisiert und begleitet, tatkräftig unterstützt von zahlreichen helfenden Händen und Förderern. Schon als Bub, so erinnert sich Landwirt Josef Schredl, habe er seinen Vater auf dem Bulldog beim Altpapiersammeln begleitet und mit angepackt. Noch heute beteiligt er sich mit seinem Gefährt, ein weiteres wird von der Familie Walter aus Gut Hollern zur Verfügung gestellt. Um den Verkauf kümmerte sich seit vielen Jahren die Familie Schuhbauer aus Günzenhausen, die auch den Papier-Container zur Verfügung stellt – kostenlos natürlich.
Rund 2.500 Tonnen (!) Altpapier, so errechnete die Pfarrei, kamen da in den rund 50 Jahren zusammen und erbrachten einen Gesamterlös von über 200.000 Euro, der überwiegend für die Missionsarbeit von Pfarrer Reischl, aber auch für soziale Zwecke innerhalb der Kirchengemeinde gespendet wurde. Dabei waren die Teilnehmer und die gesammelte Papiermenge über die Jahre rückläufig, bedingt durch die Mülltrennung in Verbindung mit der Einführung von Papiercontainern und Papiertonnen. Kurz und gut: Der immense Aufwand des Altpapiereinsammelns lohnt sich bei den aktuellen Preisen in Verbindung mit weniger Sammelgut nicht mehr, zumal die Kirchen für den ohnehin bescheidenen Gewinn derartiger Benefiz-Aktionen nach neuesten Steuergesetzen Mehrwertsteuer entrichten müssen.

Bei der letzten Aktion ließ es sich Pfarrgemeinderatsvorsitzender Martin Wallner nicht nehmen, Josef Martin, seinen beiden Kindern und den Helfern für ihr meist langjähriges Engagement zu danken.
Wallner zeigte auf, dass vor einem halben Jahrhundert, als der Begriff Recycling noch ein „echtes" Fremdwort war und in der Gesellschaft die Bedeutung von Mülltrennung und Umweltschutz (noch) nicht angekommen war, Josef Martin und die katholische Pfarrei den Weitblick und Durchblick hatten, neben den sozialen auch ökologische Aspekte zu bedenken. So habe „sehr viel Gutes" getan werden können.

Altpapiersammlung Gruppenbild

Ein Gruppenbild zur Erinnerung: in der Mitte Josef Martin, Initiator und langjähriger Organisator der caritativen Altpapiersammlung mit seinen Kindern Cornelia (mit Blumenstrauß) und Christian, rechts Pfarrgemeinderatsvorsitzender Martin Wallner.

Für Sie berichtete Ulrike Wilms.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok