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Der „Grüne Jockel“ feiert 75. Geburtstag

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 03. Februar 2018

Joachim Enßlin hat viel bewegt – in Eching und Madagaskar

Echings ehemaliger Bürgermeister Joachim Enßlin (Gemeindeoberhaupt von 1972-1992) und Ehrenbürger der Gemeinde, gebürtiger Münchner, promovierter Jurist, Sozialdemokrat, ein Jahrzehnt Geschäftsführer der Neuen Messe München und von 2003-2009 Berater des madegassischen Präsidenten, feierte am 29. Januar seinen 75. Geburtstag.

In Eching verbinden die Bürger mit dem Namen Enßlin vor allen Dingen die Entwicklung von einer nicht mehr ganz dörflichen und gewiss noch nicht attraktiven Ortschaft im Münchner Norden zur modernen und kinderfreundlichen, mehrfach ausgezeichneten Mustergemeinde, in der auch die junge Familie Enßlin mit ihren beiden Töchtern in „Schachterlhausen" sesshaft wurde. Dort wohnen die Eheleute Gudrun und Joachim Enßlin, seit 50 Jahren verheiratet, noch heute. „Unsere vier Enkelkinder machen uns viel Freude" so die stolzen Großeltern.
Enßlin steht für diese „Gründerjahre" und hat sie maßgeblich geprägt: mit der Gründung der Nord-Allianz zur Abwehr von Negativeinrichtungen im Münchner Norden wie Müllverbrennungsanlage, Klärwerk München II und Standortübungsplatz, der Umwandlung von Eching-Ost von Industrie- zum Gewerbegebiet und der Gründung der Vhs (unter vielem anderen). In seiner Amtszeit auf den Weg gebracht wurden die italienische Patenschaft mit Trezzano und der Verein „Älter werden in Eching" mit seinem Konzept für das Alten und Servicezentrum. In den 70er und 80 Jahre entstanden vorbildliche soziale und kulturelle Infrastruktureinrichtungen, unter anderem Jugendzentrum, Bücherei, Bürgerhaus, Musikschule und Kindergärten, sowie neue Wohngebiete mit Freizeitanlagen, die eine hohe Lebensqualität garantierten. Über das Echinger Modell konnten 300 Familien ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen und in alle neuen Baugebieten wurden zirka 100 Sozialwohnungen integriert mit dem Ziel, dort ein nachbarschaftliches Miteinander zu ermöglichen. Enßlins Einsatz für eine grüne Gemeinde trugen dem jungen Bürgermeister den Spitznamen „grüner Jockel" ein. Bei seiner kürzlichen Auszeichnung anlässlich seiner 50jährigen SPD-Mitgliedschaft charakterisierte SPD Ortsvorsitzender und Laudator Carsten Seiffert Enßlin als „Macher" und „Wortführer".
Schon während, aber vor allen Dingen nach seinem Berufsleben engagierte sich Enßlin zudem nachhaltig im Echinger Arbeitskreis Entwicklungshilfe für die 3. Welt. Bereits im „Unruhestand", überzeugte ihn 2003 der damalige Wirtschaftsminister Otto Wiesheu, als Präsidentenberater des madegassischen Regierungschefs tätig zu werden. Damit begannen zugleich die Trinkwasserprojekte des AK Entwicklungshilfe auf der Roten Insel, wo mittlerweile 44 vom AKE gebaute Brunnen über 30 000 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen.
Heute sei er vom „Bürgermeister zum Hausmeister" befördert worden, sagt Enßlin mit einem Augenzwinkern. Für das kommende Viertel seines Lebens erhoffe er sich, noch oft bei guter Gesundheit Tennis spielen und die schöne Landschaft, am Echinger See ebenso wie beim Ferienhaus in der Nähe von Bad Tölz, genießen zu können.

75Geburtstag Ensslin

Der „grüne" Jockel an einem seiner Lieblingsplätze in der Gemeinde: am Echinger See.

Für Sie berichtete Ulrike Wilms.